Sand im Getriebe (SiG) #32
internationaler deutschsprachiger Rundbrief der ATTAC-Bewegung

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Krieg und Imperialismus
SiG 32, Vorwort

Am 20. März 2004, ein Jahr nach dem Angriff der USA auf den Irak, fanden am Internationalen Aktionstag gegen Krieg und Besatzung zahlreiche Demonstrationen gegen die Besetzung des Irak, Palästinas und Tschetscheniens statt. Viele Menschen, die sich mit Millionen anderen bereits am 15. Februar 2003, vor Beginn des Krieges, gegen diese militärische Aggression mobilisiert hatten, sind wiederum auf die Strasse
gegangen - im Bewusstsein, dass unser Widerstand gegen Krieg, Ausbeutung und Willkür einen langen Atem verlangt. Auch in 245 US-amerikanischen Städten haben Proteste stattgefunden, darunter New York,
Los Angeles, San Francisco, Chicago. Im Mittleren und Nahen Osten wurde ebenfalls demonstriert. Die Forderungen, die auf den Demonstrationen aufgenommen wurden, sind richtungsweisend für die Weiterentwicklung einer Antikriegsbewegung, die auf die Fähigkeit der Menschen baut, ihr Schicksal
selbst in die Hand zu nehmen: Schluss mit der Besetzung des Irak und bedingungsloser Rückzug der Besatzungstruppen - Für das Selbstbestimmungsrecht der irakischen BürgerInnen und die rasche, freie Wahl einer verfassungsgebenden Volksversammlung durch die irakische Bevölkerung - Für die Durchsetzung der demokratischen, sozialen, kulturellen und religiösen Rechte der irakischen
Frauen und Männer!

Mit dieser Nummer von Sand im Getriebe gehen
wir Fragen nach, die sich der
Antikriegsbewegung stellen.
Wie sehen die Hegemonialstrategien der
USA aus, welche Bedeutung hat das Erdöl
für die kapitalistischen Ökonomien? (Mohssen Massarat) Fügt sich der neue Imperialismus in die Tradition kapitalistischer Globalisierung der letzten 25 Jahre ein?
Gibt es unterschiedliche imperiale Projekte der EU und der USA, mit jeweils verschiedenen Strategien? (Christoph Görg)
Befinden wir uns, wie Francois Chesnais meint, in einer Phase des Kapitalismus, in der sich hochgradig konzentriertes Finanzkapital herausbilden konnte. Das jetzt
“als finanzdominiertes Akkumulationsregime“ die
Weltwirtschaft und -politik bestimmt?
Was sind die tief greifenden Strukturprobleme der Ökonomie der USA? Dazu zwei teils gegensätzliche Einschätzungen aus keynesianischer und marxistischer Sicht von Josef Stieglitz und Giovanni Arrighi.
Nach der Machtdemonstration der USA, die den Krieg im Irak gegen den Willen der Mehrheit der Weltbevölkerung geführt haben und nun ihre Truppenpräsenz langfristig festigen wollen, möchten wir mit dieser Nummer von Sand
im Getriebe einen Beitrag zur inhaltlichen Stärkung der Bewegung gegen den imperialistischen Krieg leisten.