| | Das ESF - Ideen für die linke Bewegung von Patrick Piro
Auszüge aus einem Politis-Artikel, 20.11.2003 Unsere Vorstellungen sind in der öffentlichen Meinung mehrheitsfähig geworden, und selbst von unseren politischen Gegnern anerkannt' freut sich Bernard Cassen, Ehrenvorsitzender von Attac Frankreich.
Wir haben gelernt, auf globaler Ebene zu denken und unsere lokalen Aktionen in einen globalen Zusammenhang zu integrieren, Kämpfe und Widerstände mit der Schaffung von einer Solidarwirtschaft zusammenzufügen', erklärt Gus Massiah, Vorsitzender con CRID Kurz, eine andere Denkweise über die Welt wird entwickelt.'
Im semantischen Bereich wurde der Übergang vor knapp einem Jahr von Gegner der Globalisierung (antimondialisation) zu Befürworter einer anderen Globalisierung (altermondialisation) vollzogen. Und die Bewegung wurde immer breiter: Das ESF hat die Kultur als wichtiger Bestandteil unserer Überlegungen eingeführt', analysiert Bernard Pinaud, vom Leitungsgremium des CRID. Die Bewegungen der Sans Papiers, der Obdachlosen, der Arbeitslosen haben sich eingebracht, die Umweltorganisationen und diejenigen, die sich für eine Solidarwirtschaft engagieren, haben sich stark daran beteiligt, usw.'
Jedoch sind die politischen Ergebnisse sehr mager', meint Bernard Cassen. 'Die alten Ideen herrschen immer noch.'
Walden Bello merkt jedoch an, dass die aktuelle Legitimitätskrise der Weltordnung seit Mitte der 90er Jahre interessante Perspektiven eröffnet: Das Scheitern der WTO in Cancún ist zum Teil das Ergebnis einer Lobbypolitik, die die weltweite Zivilgesellschaft betrieben hat.'
Die strategischen Debatten drehen sich immer mehr um die Frage der Bündnisse. Jeder unterstreicht die Bedeutung der Förderung der Vielfalt in der weltweiten Bewegung für eine andere Globalisierung, und keine Strömung ist in der Lage, die Führung zu übernehmen oder andere auszuschließen. Man muss die Beziehungen zwischen der Bewegung für eine andere Globalisierung, der Antikriegsbewegung und der antikapitalistischen Jugend stärken' betont Chris Nineham der britischen Bewegung Globalize Resistance.
Seit Anfang an hat man die politischen Parteien von den Sozialforen fern gehalten. Bei den wenigen Interventionen, die den politischen Parteien während thematischer runder Tische erlaubt wurden, haben die LCR (Ligue communiste revolutionnaire), die Grünen, die PC (Französische Kommunistische Partei) und die PS (Sozialistische Partei) ihre Hände zu der Bewegung für eine andere Globalisierung gereicht. Unsere Vorschläge sind bekannt, die Parteien können sie aufgreifen' kontert Bernard Cassen. 'Wenn sie zu lange dafür brauchen, wird sicher eines Tages die Bewegung für eine andere Globalisierung sich selber politische Vertretungsstrukturen schaffen'. Aber die Bewegung braucht nicht unbedingt die Parteien, um zu verhandeln', meint Gus Massiah. Sie strebt auch danach, die Ausübung der Politik anders zu gestalten. Die Welt werden wir nicht mit den aktuellen politischen Parteien neu aufbauen können!'
Wir sollten uns davor hüten, eine Grundsatzdebatte über die Machtfrage zu führen' mäßigt Pierre Khalfa, Verantwortlicher der Groupe des 10-Solidaires', 'die Gefahr der Spaltung wäre groß, wie damals bei der Arbeiterbewegung. Wir sollten uns lieber über Agenda für gemeinsame Aktionen und über große Themen wie GmO, Gesundheit usw. verständigen.'
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