Sand im Getriebe (SiG) #27
internationaler deutschsprachiger Rundbrief der ATTAC-Bewegung

2. Europäisches Sozialforum (ESF/FSE)
Von Brasilien nach Indien
4. Weltsozialforum (WSF/FSM)

2. Europäisches Sozialforum (ESF/FSE)
Paris und Umgebung, 12.-15. November 2003
www.fse-esf.org


Die Sozialen Bewegungen treten der neoliberalen und militärischen Globalisierung weltweit immer stärker entgegen. Nur fünf Wochen nach dem ersten Schweizer Sozialforum startet die zweite Ausgabe des Europäischen Sozialforums.

Die vom Europäischen Sozialsozialforum (ESF/FSE) ausgegangenen Proteste gegen den Irak-Krieg markieren einen ebensolchen Wendepunkt wie die Streikbewegungen gegen den Sozialabbau in Frankreich, Deutschland, Spanien, Italien, Griechenland und Österreich. Motiviert durch die Erfolge der globalisierungskritischen Bewegung gelang es zuletzt in Cancún die 'Neuen Herrscher dieser Welt' in die Schranken zu weisen.

So wie letztes Jahr in Florenz findet auch heuer wieder ein Europäisches Sozialforum (ESF/FSE) statt. Vom 12. bis 15. November treffen sich in Paris-Saint Denis Zehntausende Menschen, die sich gegen eine neoliberale, patriachale, sexistische und rassistische Gesellschaftsordnung und für 'ein anderes Europa in einer anderen Welt' engagieren. Dort werden Alternativen zum Europäischen Verfassungsentwurf und zur Militarisierung der EU ebenso diskutiert wie die Grundlagen einer auf sozialen Rechten basierenden partizipativen Demokratie. In Paris sollen gesamteuropäische Kampagnen und Aktionseinheiten gegen die Privatisierung der öffentlichen Dienstleistungen und natürlichen Ressourcen ebenso vorangetrieben werden wie der Beitrag Europas zur internationalen Antikriegsbewegung. Es gilt, Alternativen zur gegenwärtigen Globalisierung und Möglichkeiten ihrer Durchsetzung zu erarbeiten.
Auch bei uns besteht heute mehr denn je Handlungsbedarf! Der Kampf gegen Sozialabbau kann nur in einem gesamteuropäischen Zusammenhang erfolgreich sein.

Das zweite Europäische Sozialforum 'Für ein anderes Europa - in einer anderen Welt' wird von Mittwoch, den 12. November bis Samstag, den 15. November in Paris stattfinden, beginnend mit der Europäischen Versammlung für die Rechte der Frauen. Veranstaltungsorte sind Paris La Villette sowie Saint Denis, Ivry und Bobigny.
Am Sonntag, den 16. November, folgt das Treffen der Sozialen Bewegungen.

Die fünf inhaltlichen Säulen des ESF sind:
  • Gegen Krieg für ein Europa des Friedens und der Gerechtigkeit,
  • Gegen Neoliberalismus, gegen Patriarchat, für ein Europa der sozialen und demokratischen Rechte,
  • Gegen Profitlogik, für eine ökologisch nachhaltige Gesellschaft, soziale Gerechtigkeit und Ernährungssicherheit,
  • Gegen Liberalisierung, für ein Europa demokratischer Informationen, Kultur und Bildung
  • Gegen Rassismus, Xenophobie und Ausgrenzung - für ein Europa, das offen gegenüber EmmigrantInnen, Flüchtlingen und Asylsuchenden ist.


Vormittags und abends finden Plenarversammlungen statt, welche simultan in Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch übersetzt werden. Am Nachmittag werden in Seminaren und selbstorganisierten Workshops Zusammenhänge beleuchtet und Handlungsstrategien entwickelt.

AktionskünstlerInnen, Theater, Musik und Filme sowie eine große Parade durch Paris am Samstag, den 15. November, werden die Untrennbarkeit und Vielfalt der Bewegung darstellen.
Die programmatischen und organisatorischen Vorbereitungen versprechen ein Forum, das mit seinem politischen, inhaltlichen und kreativen Potenzial an Porto Alegre und Florenz anschließt und so zum weiteren Kristallisationspunkt der Sozialen Bewegungen Europas wird.