Sand im Getriebe (SiG) #27
internationaler deutschsprachiger Rundbrief der ATTAC-Bewegung

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SiG 27, Vorwort

Gegen Besatzung!
Solidarität mit den Friedensbewegungen


'Solidarität ist die schönste Blume der Menschheit', meinte die israelische Rechtsanwältin Felicia Langer während einer Podiumsdiskussion auf dem Ratschlag von ATTAC Deutschland am 18. Oktober.
Solidarität - sie setzt die Anerkennung des Anderen voraus.
Solidarität - sie fängt schon mit der Bereitschaft an, den Blick nicht abzuwenden, sondern genau und voller Mitgefühl hinzuschauen, wie es anderen Menschen geht.
Solidarität - sie verlangt Einmischung, aber auch das Mitreißen von weiteren Menschen zu gemeinsamem politischem Handeln.


'Solidarität mit den israelischen und palästinensischen Friedensbewegungen' ist ein Grundsatz von ATTAC Deutschland, erklärte der Ratschlag am 19. Oktober. Wir dokumentieren zwei Beiträge zu Palästina von Thomas Seibert und Felicia Langer. Die israelische Friedensaktivistin stellte fest: 'Wir sind seit 35 Jahren Besatzer und auch wir zahlen mit Blut dafür. Aber am meisten zahlen die Palästinenser.' Der große palästinensische Philosoph Edward Said, um dessen Tod wir trauern, hat sich immer wieder solidarisch mit den Palästinensern und den Israelis erklärt, die gegen die israelische Besatzung kämpfen. Er kritisierte die Osloer Verträge und die Roadmap.

Stoppt den Mauerbau!

Auf einen anderen Aspekt, nämlich auf die Wahrnehmung des Nahostkonflikts bei uns, geht Michael Schneider ein. Er fragt 'Seit wann ist die Okkupation zu relativieren?' und führt aus: 'Auch das deutsch-jüdische Verhältnis blockiert eine Verständigung zwischen Israelis und Palästinensern'. Sophia Deeg schlägt eine Begründung für die Positionierung von ATTAC D vor.
Auch in Israel weitet sich der Widerstand gegen die israelische Besatzung der palästinensischen Gebiete aus. Der Versuch der israelischen Regierung, ihre Herrschaft durch den Bau einer Mauer zu zementieren, ruft weltweit Proteste hervor; auf der UN-Vollversammlung haben 144 Staaten den Mauerbau verurteilt.
Und schließlich gibt es eine neue Initiative, das Genfer Abkommen zwischen palästinensischen und israelischen Persönlichkeiten: Die geplanten Zugeständnisse der Palästinenser an Israel rufen Kritiken hervor; Uri Avnery hingegen meint: 'Es besteht die große Hoffnung, dass diese Initiative, wie die 'Revolte der Piloten', das Ende einer Zeit der Verzweiflung darstellt.'

»Wir müssen die Initiative zurückerlangen. Nicht nur durch den Widerstand gegen den US-Imperialismus, nicht nur dadurch, weiterhin gegen soziale Ungerechtigkeiten der kapitalistischen Globalisierung [...] zu kämpfen, sondern indem wir die Verbindung zwischen beiden Gesichtern des Imperiums herstellen, dem ökonomischen und dem militärischen.« Jürgen Wagner analysiert in einem neuen AttacBasisText die beiden Gesichter des Imperiums, die geopolitische Strategie der US-Regierungen, die Widersprüche zum Rest der Welt, aber auch die Widersprüche im eigenen Lager. Fazit: Die 'Pax Americana' kann nicht funktionieren. Der Widerstand im Irak zeigt es (Tariq Ali: Die Wut), aber auch der Widerstand in Cancun oder der Regimewechsel in Bolivien.