| Schweizer Sozialforum 19.-21.09.03, Freiburg | | Vor dem Schweizer Sozialforum Vielfältigkeit als Ziel von Sergio Ferrari Vom 19. bis 21. September 2003 findet in Freiburg das erste Schweizer Sozialforum (SSF) statt. Als 'Kind' des Weltsozialforums von Porto Alegre, und aktives Mitglied des Europäischen Sozialforums versteht sich das SSF als Plattform der Debatte und Reflexion der sozialen Bewegungen im Land - mit wegweisendem strategischem Potenzial.
Wenn am dritten Septemberfreitag Hunderte von SSF-TeilnehmerInnen in Freiburg eintreffen werden, geht eine eineinhalbjährige intensive Vorbereitungszeit zu Ende. Am zweiten Weltsozialforum von Porto Alegre (Januar 2002) war beschlossen worden, die Sozialforen auszuweiten und zu internationalisieren - sei es durch regionale, kontinentale oder thematische Foren.
Eine Gruppe von Schweizer Delegierten, die nach Brasilien gereist war, entschied deshalb, hierzulande eine entsprechende Initiative zu lancieren. Wenn 'eine andere Welt' möglich sein soll, wie dies in Porto Alegre nachdrücklich gefordert wurde, erschien eine Debatte zu einer 'anderen Schweiz' unabdingbar. Einer Schweiz jenseits von Kapital, Finanzplatz und Bankgeheimnis.
Die Notwendigkeit einer breiten und uneingeschränkten Debatte, welche die Vielfältigkeit respektiert, nahm Gestalt an in einer ersten Arbeitsgruppe, die letzten Dezember eine erste vorbereitende Generalversammlung einberief. Es folgten drei weitere Versammlungen im Februar, Juni und August (die letzte am 23. August), an denen die Dynamik verstärkt und Vorschläge zusammengetragen wurden.
In den 18 Monaten, die seit den ersten Treffen vergangen sind, wurden wichtige Schritte gemacht: Inzwischen engagieren sich rund 50 AktivistInnen, die sich in mehreren Arbeitsgruppen mit Koordination, Programm, Kommunikation und Internetauftritt sowie Medienarbeit befassen. Dazu kommt das Freiburger Organisationskomitee (COFRI), das sich um die gesamte Logistik kümmert. Mit der Vorbereitung des ersten Sozialforums konkretisiert sich ein neues nationales Netzwerk von bisher noch nie dagewesenem Umfang.
Breite Palette Bis Mitte August haben sich rund 40 Organisationen sowie rund ein Dutzend progressive Medien dem Schweizer Sozialforum angeschlossen. Die Palette reicht von Gewerkschaften wie comedia und VPOD über NGO aus der Entwicklunszusammenarbeit, darunter die Arbeitsgemeinschaft der Hilfswerke, E-Changer, Interteam und GVOM, bis hin zu ATTAC, dem Forum Social Lémanique und der Erklärung von Bern. Weiter vertreten sind progressive christliche Organisationen, Menschenrechtsgruppen (Amnesty International), FeministInnen, Sans Papiers, ImmigrantInnen und Solidaritätskomitees.
Auch politische Parteien aus dem linksgrünen Spektrum haben am Sozialforum ihren Platz. Einzige Bedingung ist, dass sie das SSF als Plattform der Schweizer Zivilgesellschaft anerkennen und akzeptieren, dass die sozialen Bewegungen am Forum die Hauptrolle spielen.
Wie die sechs Punkte umfassende Charta hervorhebt, will das SSF weder bestehende Bewegungen ersetzen noch die Rolle einer 'Mega'-Bewegung übernehmen. Das Sozialforum hat einzig und allein den Anspruch, einen regelmässigen und systematischen Raum der Begegnung und der Debatte für diejenigen zu schaffen, die Alternativen zum vorherrschenden neoliberalen System finden wollen.
Schlüsselthemen Die Schweiz trägt eine doppelte Verantwortung in diesem planetaren Gefüge - sowohl was Macht und Dominanz wie auch was Widerstand und Solidarität betrifft. Dies macht das Sozialforum umso wichtiger.
Im Mittelpunkt des ersten Sozialforums stehen Schlüsselthemen der aktuellen Debatte: Krieg und die neue Weltvorherrschaft, der Schweizer Finanzplatz und seine weltweite Verantwortung, das neoliberale Modell, die Privatisierung, die soziale Vorsorge sowie die nord-zentrierte und unmenschliche Immigrationspolitik.
Im Anschluss an die nationale Kundgebung 'Hände weg von der AHV - Hände weg von den Renten!' vom 20. September 2003 in Bern findet im Rahmen des Sozialforums eine vertiefende Debatte um die Zukunft des Rentensystems und die Mobilisierung statt.
Ein breites Spektrum von Themen decken die rund 40 Workshops ab, die während des Sozialforums am Samstag und Sonntag angeboten werden. Immigrationsproblematik, Ökologie, nachhaltige Entwicklung, alternative Wirtschaft sind nur einige Beispiele aus der breiten Themenpalette.
Die Workshops sollen zudem einen echten Austausch ermöglichen und den verschiedenen Organisationen ermöglichen, ihre konkreten und täglichen Erfahrungen zu teilen und zur Debatte beizutragen.
Programmdetails, praktische Informationen, Einschreibung und Beitritt zum Sozialforum: www.socialforum.ch
zur Erklärung von SSF
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