Sand im Getriebe (SiG) No. 18
internationaler deutschsprachiger Rundbrief der ATTAC-Bewegung

Themenforum Palästina motiviert zum Frieden in der Region
Das afrikanische Sozialforum will Stimme des Kontinents werden
'No Vox' erheben ihre Stimme
Kollektive Engagements der Bewohner unserer barrios
Die Auswirkung der Liberalisierung des Handels auf Umwelt und natürliche Ressourcen
Ein ethisches Tribunal für die Medien
Freie Software stillt den Hunger


EIN ETHISCHES TRIBUNAL FÜR DIE MEDIEN
Susana Merino


Schluss mit anti-demokratischer Berichterstattung, die zu Instabilität führt und Staatsstreiche initiiert. In Venezuela wurde Demokratie seitens der Medien sabotiert und unterwandert.

TeilnehmerInnen: u.a. Ignacio Ramonet, Walden Bello, Naomi Klein, Mark Weisbrot, Daniel Herz, Luis Britto, Earne Herrera, Javier Priori, Braulio, Vertreter einer venezolanischen Bauernbewegung, Marina Lopez

Das globale Medienbeobachtungszentrum unter der Präsi-dentschaft des Friedens-Nobelpreisträgers Perez Esquivel verurteilt die venezolanischen Medien, in großem Ausmaß für die derzeitige Krise in Venezuela, ausgelöst durch psychologische Kriegsführung gegen Hugo Chávez während des Staatsstreiches am 14. April 2002 und der darauf-folgenden Ereignisse in Venezuela, verantwortlich zu sein.

Die Teilnahme von Radio, Zeitungen und Fernsehen, die im Orchester der Umstände den Staatsstreich produzierten, ist kein isolierter Fakt, sondern Teil eines verschwiegenen Planes der US-Regierung, sich die venezolanischen Erdöl-Reserven (im Rahmen des geplanten ALCA/FTAA Free Trade Area of the Americas) anzueignen.
So wurde über Fernsehen und Zeitungen ethnische Zwietracht und soziale Angst gesät, die innerhalb der venezolanischen Gesellschaft große Risse hervorrief. Direkt und skrupellos speziell an die Mittelklasse gerichtet, hatte sie das schlichte Ziel, die Menschen zur Gewalttätigkeit aufzuhetzen. Ein Gegengift zur gezielten Falschinformationen war die Mund-zu-Mund Propaganda und Internet-Foren, sodass große Teile der Bevölkerung sich der Falschinformationen bewusst wurden und ihren Präsidenten Hugo Chávez weiter unterstützten.

Es ist unabdinglich, mediale Konzentrationen zu brechen, die Diversität der Medien zu schützen, Staatsfernsehen für die ZuseherInnen attraktiver zu machen und auf die Qualität der Berichterstattung zu achten. Integration und Austausch innerhalb der verschiedenen Medien ist zu fördern und die Pluralität innerhalb der Kultur und der Politik zu garantieren. Das 'Tribunal' empfahl außerdem die Schaffung einer internationalen Einrichtung, die Berichterstattung auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüft und sichert.

Ehrenamtliche Übersetzung: Niko Reinberg, attac.info home-Team Österreich, sig bw, 21.02.2003