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MOBILISIERUNG GEGEN DIE G8!
Am 24. Januar fand in Porto Alegre eine Organisationsveranstaltung internationaler Bewegungen statt.
Die G8 vereint die sieben reichsten Länder der Welt und Russland. Von 01.-03. Juni 2003 wird der nächste Gipfel in der französischen Stadt Evian abgehalten.
Dieser Club der Mächtigsten wurde 1975 gegründet, mit dem Ziel Finanz- und Wirtschaftsfragen informell zu diskutieren. Er ebnete den Weg für eine Globalisierung, die den Profiten und Interessen der multinationalen Konzerne dient. Die Empfehlungen der G8 werden durch internationale Institutionen, wie IWF (Internationaler Währungsfond) und Weltbank, deren Hauptaktionäre die reichsten Länder sind, oder durch die WTO (Welthandelsorganisation), die ebenfalls von den gleichen Länder dominiert wird, umgesetzt. Die G8 masst sich die Rolle einer Weltregierung an, obwohl die Völker dieses Planeten ihr dafür nie ein Mandat übertragen haben. Und obwohl die G8 nicht legitimiert ist, zwingt sie ihre Entscheidungen der Welt auf und bestimmt somit ihren Weg. Die G8 betreibt eine neoliberale Politik, welche die Konzentration des Reichtums beschleunigt, Arbeitsrechte angreift, Arbeitsplätze gefährdet, die Lebensbedingungen großer Teile der Menschheit beeinträchtigt und kulturelle Ausgrenzung sowie die Zerstörung der Umwelt begünstigt. Während die Mitgliedsstaaten der G8 den wirklichen Kampf gegen finanziellen Betrug, Geldwäsche und Vetternwirtschaft verweigern, legitimieren sie auf der anderen Seite, im Namen der Terrorismusbekämpfung, Krieg, Militarisierung und Unterdrückung. Die G-8 behauptet, die Armut in der Welt bekämpfen zu wollen, jedoch hat sich das Programm zum Schuldenerlass für die armen Länder als gänzlich unzureichend erwiesen und war mit inakzeptablen Bedingungen verbunden. Die Pläne des IWF treiben weiterhin Länder wie Argentinien in den Ruin, und der Freihandel unter Schirmherrschaft der WTO zeigt sich jeden Tag nachteiliger für die Länder des Südens. Die finanziellen Beiträge für einen Kampf gegen AIDS, Malaria und andere Seuchen blieben leere Versprechungen und wurden auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben. Die Mitgliedsstaaten der G-8 setzten keinerlei ernsthaften Maßnahmen zum Schutz der Umwelt, zum Kampf gegen die Treibhausgase und auch nicht gegen das rasche Anwachsen nuklearer Abfälle.
Seit rund 15 Jahren werden die Proteste gegen die G-8 immer heftiger. In Europa war dies 1989 in Paris, 1996 in Lyon, 1998 in Birmingham und 1999 in Köln der Fall. Zehntausende von DemonstrantInnen forderten die Annullierung der Schulden der Länder des Südens. 2001 demonstrierten Hunderttausende von Menschen in Genua, trotz polizeilicher Repressionen, die schliesslich zum Tod von Carlo Giuliani führten.
Heuer ist es an uns, Massenproteste gegen die G-8 zu organisieren. Ein Protest, der von AktivistInnen und BürgerInnen in lokalen Gruppen ausgeht und globales Ausmass erreicht. Ob Aktivisten aus Vereinen, Gewerkschaftsmitglieder, Mitglieder von NGOs oder Parteien, oder - vor allem - einfache BürgerInnen, wir werden alle auf die Strassen gehen, vereint in den gemeinsamen Forderungen. Wir werden aber auch unsere Unterschiede respektieren, denn gerade in unserer Vielfalt besteht unsere Stärke. Wir machen gemeinsam mobil für den Frieden, gegen alle Kriege und militärischen Interventionen, vor allem in Palästina, an der Elfenbeinküste, in Kolumbien oder Tschetschenien und gegen eine westliche Intervention im Irak.
Wir klagen die Illegitimität der G-8 an und fordern von den Regierungen sofortige Maßnahmen gegen den Sozialabbau, gegen jede Form von Diskriminierung, vor allem gegenüber Frauen und Homosexuellen, gegen alle Ungleichheiten, für ein Recht auf Arbeit und Einkommen, für eine Umverteilung des Reichtums, für den Schulderlass in der Dritten Welt, für das Recht aller Menschen auf Freizügigkeit und freie Wahl seines Wohnsitzes sowie für den offenen Zugang für alle zu den Gemeingütern der Menschheit wie Trinkwasser, die Meere, Grund und Boden, Ernährung, Wohnung, Bildung, Kultur, Information und Zugang zu Gesundheitsdiensten und Medikamenten.
Wenn Sie sich ebenfalls dafür einsetzen wollen, senden Sie diesen Aufruf bitte unterschrieben an g8-evian@globenet.org oder an julien.aitec@globenet.org.
Übersetzung: Annette Heiss, Korrektur gelesen: Herbert Kaser, Ehrenamtliche Übersetzungs-Team coorditrad@attac.org, sig mdv-bw, 23.02.2003
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