Die Normale
das gesellschafts- und wirtschaftspolitische Dokumentarfilm-Fest

Normale 04, 3.-5. Juni 2004 @ ASF04, Linz
Normale 04 Spielorte
Junge Normale in Linz
Do, 03.06.04 - Medienzelt
Do, 03.06.04 - Kunst Uni
Do, 03.06.04 - transpublic
Fr, 04.06.04 - Medienzelt
Fr, 04.06.04 - Kunst Uni
Fr, 04.06.04 - transpublic
Sa, 05.06.04 - Medienzelt
Sa, 05.06.04 - Kunst Uni
Sa, 05.06.04 - transpublic
Filme von A-L
Filme von M-Z
Das Normale Team 2004
Die Normale 2004 wurde ermöglicht durch
Öffentlichkeit
report (EN)
Pressetext

Normale04 @ transpublic
Linz, Hahnengasse 3 - Alter Markt
Freitag, 4. Juni 2004


21:00 Splitter VI - „Schlussverkauf“, Silke Theiner & Werner Pichler, Nicole Baïer, Christian Datz, Carl Plötzeneder, Claudio Ruggieri & Matthias Gugler - DE, 43 Min 35 Sek
22:00 Europäisches Sozialforum (FSE/ESF) 2002 - Eine andere Welt ist möglich, erato social films - DE, 20 Min
22:20 1. Austrian Social Forum (ASF), Hallein 2003, Jugend- und Kulturzentrum Zone 11 - DE, 45 Min
23:00 Voces Argentinas, Zoe Young und Dylan Howitt - EN,16 Min
23:15 Musikvideos mit politischer Aussage



Fr, 21:00 transpublic
Splitter VI - 'Schlussverkauf' DE, 43 Min 35 Sek
von Silke Theiner & Werner Pichler, Nicole Baïer, Christian Datz, Carl Plötzeneder, Claudio Ruggieri & Matthias Gugler, Piet Six -
Studio West, Salzburg - A 2004
Splitter - Videodenkzettel für Salzburg und den Rest der Welt
1) Das Leben ist eine Reise. Reisen Sie gut. (Carl Plötzeneder)
2) Schlussverkauf. Pay Time. (Nicole Baier)
3) Anarche (Christian Datz)
4) Kapitalismus für Anfänger (Claudio Ruggieri & Matthias Gugler)

Als Thema für Splitter VI wurde der vielschichtige Begriff 'Verarmung' gefunden. Wo Hans-Peter Martin und Harald Schumann Mitte der 1990er einen Angriff auf Demokratie und Wohlstand vermuteten, Samuel P. Huntington aber den Sieg des degenerierenden Abendlands im 'Kampf der Kulturen' als Maxime für das 3. Jahrtausend herauforakelt (seither wird auch hochoffiziell 'Öl' mit 'Humanität' übersetzt), stehen Millionen auf den Straßen, um sich gegenüber den tauben Ohren des Neoliberalismus Gehör zu verschaffen - bekanntermaßen vergeblich. Und es nimmt nicht Wunder, dass sie von realitätskonstruierenden Massenmedien ihrer Funktion als besorgte Weltbürger beraubt und in den Rang steinewerfender Randalierer degradiert werden.
Was hingegen weiterhin nur als Marginalie thematisiert wird, ist die seit der neoliberalen Wende fortschreitende materielle, soziale, emotionale und kulturelle Verarmung unseres Kulturkreises, der sich - gewissermaßen in einem letzten Aufbäumen - anmaßt, das Maß aller Dinge auf diesem seinerseits verarmenden Planeten zu sein und dabei nichts Originelleres hervorzubringen vermag als Big Brother, Taxi Orange und Deutschland sucht den Superstar.
Splitter VI will hier jedoch keine Kosmologie der Verarmung verfassen, sondern im Mikrokosmos des Sozialen ansetzen und Indizien der Verarmung identifizieren, die für uns Individuen bereits spürbar werden. Sei dies die stetige Verteuerung der Lebenshaltungskosten bei nicht oder kaum steigenden Löhnen, die Verwässerung der Bildung, die restriktive Kulturpolitik, der Ausverkauf von Flüssen und Seen oder die geistig-soziale Verarmung und Vereinsamung in und vor den Panem-et-Circenses-Institutionen, die gemeinhin als Einkaufszentren, Fußballstadien, Fernsehgeräte und Spielekonsolen bezeichnet werden und scheinbar nur dazu dienen, der Willfährigkeit einer entmachteten und erniedrigten Masse von Konsumenten gegenüber den Auswüchsen des Neoliberalismus weiterhin sicher sein zu können. Es ist der kalte Stern des Sozialen, um mit Baudrillard wieder in den Bereich der Kosmologie abzudriften. Und es handelt sich um den Schlussverkauf der abendländischen Kultur, womit wir beim Titel von Splitter VI angelangt wären. Partikularisierung, Fragmentarisierung baudrillardscher Prägung als neoliberale planetare 'Endlösung' zur Profitsteigerung.

Fr, 22:00 transpublic
Europäisches Sozialforum (FSE/ESF) 2002 - Eine andere Welt ist möglich DE, 20 Min
erato social films - Florenz, 2002
Dieser Vision folgten 60.000 Delegierte aus aller Welt um in Florenz das Europäische Sozial Forum zu gründen. In hunderten Veranstaltungen wurden Gedanken ausgetauscht, wie man der neoliberalen Wirtschaftspolitik eine Sozialbewegung entgegensetzen kann.

Fr, 22:20 transpublic
1. Austrian Social Forum (ASF), Hallein 2003 DE, 20 Min
Regie: Matthias Thomasi - Kamera: Anna Mader, Claudio Ruggieri - Produktion: Jugend- und Kulturzentrum Zone 11 Hallein - A, 2003
Ein Querschnitt zum 1 ASF, mit dem Versuch die Inhalte in die Welt nach 'draussen' zu bringen, indem ProtagonistInnen mit dem Film und dem Thema Sozialforen konfrontiert werden.

Fr, 23:00 transpublic
Voces Argentinas EN, 16 Min
Regie: Zoe Young und Dylan Howitt - UK, Argentinien 2002
Hinter den Schlagzeilen der ökonomischen Krise befinden sich verärgerte, beredte, zum Überleben fest entschlossene Menschen - nebst dem endlosen Schwierigkeiten, die unverantwortliche Macht-Eliten ihnen bereiten. Stimmen der Strassen in Buenos Aires erzählen, wie es ich anfühlt, ArgentinierIn zu sein - währenddessen Argentinien von einem Erstwelt- zu einem Drittwelt-Land wurde. Sie widerstehen den schrecklichen persönlichen und sozialen Konsequenzen mit Poesie, Liedern, Lachen und praktischer Solidarität. Dieser Film zeigt Menschen und eine Stadt, die durch die schwersten Zeiten hindurch am Leben bleiben.

Do, Fr, Sa ab 21:00 bei transpublic.at
Musikvideos mit politischer Aussage
Die Fähigkeit, mit Musik Grenzen zu überspringen und Menschen emotional noch viel stärker als mit Worten allein zu einen, macht Musik zu einem der wichtigsten Instrumente einer anderen, möglichen Welt. Mit solidarischer Unterstützung von
doro.net