Der TV-Produzent Rainer, furios gespielt von Moritz Bleibtreu, ist ein Zampano des »Unterschichten-Fernsehens«: Unaufhörlich koksend, entwickelt er Shows der stumpfesten Sorte. Dann wird er von einem jungen Mädchen angefahren, frontal und mit voller Absicht.
Pegah (gespielt von Elsa Sophie Gambard) will sich für den Tod eines geliebten Menschen rächen, und Rainer begreift, dass er für Einschaltquoten über Leichen gegangen ist. Ein paar Alpträume später beschließt er, sein Leben zu ändern und macht sich auf einen Guerilla-Feldzug gegen die quotenbesessene Unterhaltungsindustrie.
19:00 Uhr Il Caimano - der Italiener ein Spielfilm von Nanni Moretti 112 Min, deutsch IT/FR 2006 geeignet ab 14 Jahren
Bruno Bonomo ist ein Filmproduzent, und leider kein sehr guter. Seine Filme sind billigst heruntergekurbelte Machwerke, B-Pictures mit aussagekräftigen Titeln wie 'Moccassin Assassins' und 'Maciste versus Freud'. Da sich damit kein Geld verdienen lässt, steht er vor dem finanziellen Ruin. Ausgerechnet ein Projekt über Christopher Columbus soll die Rettung sein, doch es scheint aussichtslos, Geldgeber dafür aufzutreiben. Aber nicht nur beruflich geht es steil bergab, sondern auch seine Ehe steht vor dem endgültigen Aus.
Da spielt ihm das Schicksal das Drehbuch einer jungen Regisseurin in die Hände, 'Der Kaiman'. Auf den ersten Blick scheint es ein Script zu einem mittelmäßigen Thriller zu sein, beim genaueren Hinsehen entpuppt es sich als eine Abrechnung mit den politischen Machenschaften Silvio Berlusconis, ein Stoff, der den Verzweifelten wachrüttelt: wild entschlossen macht er dieses riskante Projekt zu seiner neuen Lebensaufgabe, in der Hoffnung, dadurch nicht nur den finanziellen Ruin abzuwenden, sondern auch seine Ehe zu retten.
Zwischen Scheidungskrieg und Finanzierungsproblemen, zwischen Hoffnung und Resignation balancierend, wird für Bonomo dieses Projekt zu einer Angelegenheit von Leben und Tod.
Der italienische Regisseur greift in seiner Abrechnung mit Berlusconi zum erzählerischen Kunstgriff des Film-im-Film, der sich bei einem Medienmanipulator wie Italiens schon wieder-Ministerpräsidenten geradezu aufdrängt.