Die Normale 2009
das gesellschafts- und wirtschaftspolitische Dokumentarfilm-Fest

Filmtage zum Recht auf Nahrung
Appetithäppchen
Spielorte
Presse
Programmübersicht
Hunger und Wut
fronteira Brasil
Hühner für Afrika
Milch, Macht und Märkte
Tambogrande
Hunger.Macht.Profite.III wurde ermöglicht durch
Team
Impressum
Archiv

Hunger.Macht.Profite.III
Filmtage zum Recht auf Nahrung



fronteira Brasil
Kampf um Land in Mato Grosso
von Thomas Marschall und Nikolaus Braunshör
52 Min, deutsch
Brasilien / Österreich 2008

Mato Grosso – 'der üppige Wald' – ist jener Bundesstaat mit dem größten Agrarexportvolumen Brasiliens. Allem voran werden Soja als Futtermittel für die Viehzucht und Baumwolle für die Bekleidungsindustrie in die Länder Europas und Asiens exportiert. Im Dienste einer für globale Märkte produzierenden Agrarindustrie ist die Monokultur im Begriff, alle anderen Produktions- und Arbeitsweisen in der Region auszulöschen.

SiedlerInnen, Kleinbauern/-bäuerinnen und LandbesetzerInnen versuchen dennoch den Gesetzen des Marktes zu trotzen, um Land und wirtschaftliche Unabhängigkeit zu behalten bzw. erstmals zu erlangen. Sie schließen sich in kleinen Siedlungen zusammen um ihr Recht auf ein selbstbestimmtes Leben durchzusetzen. Ein Unterfangen, dass angesichts der Übermacht der großen Landbesitzer, oft aussichtslos erscheint.

Zwischen den Fronten steht ratlos vor den Folgen der Wirtschaftsweise des 'weißen Mannes' die indigene Bevölkerung Brasiliens. In Reservate gedrängt oder von ihrem Land vertrieben wird sie zum kaum gehörten Zeugen der Zerstörung ihres Lebensraumes und ihrer Kultur.

Der globale Kapitalismus ist bis in die letzten Ecken des, bis vor einigen Jahrzehnten noch völlig unerschlossenen, Westens Brasiliens vorgedrungen. Der Rechtsstaat scheint hingegen noch lange nicht angekommen. An der Peripherie gilt das Recht des Stärkeren, und manch einer bezahlt den Traum vom eigenen Grund und Boden mit dem Leben.


© nonplusfilm.com

ImpulsgeberInnen zum anschließenden Filmgespräch über die agrarökonomisch bedeutendste Region Südamerikas sowie den sozialen und ökologischen Wandel, der mit der Ausbreitung des Sojaanbaus einhergeht:


Schikaneder Wien am Sonntag, 04. Oktober 2009, 10:00 Uhr Filmfrühstück | 11:30 Uhr Filmbeginn
Regisseure Thomas Marschall und Nikolaus Braunshör
Marivanea de Jesus (CETA - Bewegung der LandbesetzerInnen) und Edite Lopes de Souza (Entwicklungsagentur 10envolvimento) aus Brasilien auf Einladung von Welthaus Österreich


Local-Bühne Kino Freistadt am Freitag, 09. Oktober 2009, 19:00 Uhr
Regisseure Thomas Marschall und Nikolaus Braunshör
Ulrike Schwarz (Grüne Abg. zum Landtag)
Norbert Rainer (Klimabündnis Oberösterreich)


Diesel Kino Leibnitz am Freitag, 16. Oktober 2009, 19:00 Uhr
Edite Lopes de Souza (Agrarökonomin, Entwicklungsagentur 10envolvimento) aus Brasilien auf Einladung von Welthaus Österreich
Heinz Köstenbauer (BioErnte Steiermark, stv. Geschäftsführung)


Link-Tipps:
Über die Regenwaldzerstörung ('grilagem' genannt): Illegale Landnahme bedroht den Regenwald am Amazonas
MST Movimento dos Trabalhadores Rurais Sem Terra, www.mstbrazil.org
Kampagnen von Rettet den Regenwald e.V., www.regenwald.org
La Soja Mata - Soy kills, www.lasojamata.org
Kleinbauern profitieren nicht vom globalen Agrarhandel (PDF, 164kb) - Welthaus Hintergrund-Info