Die Normale 2007
das gesellschafts- und wirtschaftspolitische Dokumentarfilm-Fest

Normale bei Vision Film im 8.
Junge Normale 07 @ Vision Film
Normale 07 @ Vision Film Programm 15.10.2007
Normale 07 @ Vision Film Programm 16.10.2007
Normale 07 @ Vision Film Programm 31.10.2007

Normale 2007 @ Vision Film
Programm für Montag, 15. Oktober 2007

im Saal der Bezirksvorstehung am Schlesingerplatz 4 in Wien 8 (3. Stock)
Eintritt frei



19:00 Uhr
White Terror
von Daniel Schweizer
90 Min, DE
Schweiz 2005
www.whiteterror.com

In den vergangenen fünf Jahren hat sich die rechtsextreme Bewegung stark verändert: Die Veteranen sind verschwunden und an ihrer Stelle sind vor allem in den Vereinigten Staaten, Europa und Russland neue Vordenker aufgetaucht, die sich nicht zwangsweise auch ihre Köpfe kahl rasieren.
Sie haben alte Symbole durch neue ersetzt und organisieren sich über selber gegründete Vertriebe, Musikclubs, Magazine, eigene Verlage und das Internet. Im Zug der Globalisierung fallen einst klar definierte Grenzen. In unserer Zeit der schnellen Kommunikationswege mussten die USA und Schweden bestürzt zur Kenntnis nehmen, dass ihre Jugend zunehmend der Verführung rassistisch motivierter Gewalt erliegt. Diese hat mittlerweile sowohl die westliche Welt als auch Russland und seine Grenznachbarn infiziert.

Sechzig Jahre nach Ende des zweiten Weltkriegs sind die Vereinigten Staaten zur Hochburg der Nazi-Vordenker geworden. Die Verbreitung rassistischer Propaganda über das Internet und eine wachsende Anzahl rassistischer Bücher, Magazinen, CDs, Videos und DVDs erreichen immer grössere Bevölkerungsgruppen.

Auf diesem Weg hat die Neonazi Ideologie dankbare neue Empfänger für Ihre Propaganda gefunden. Für die Vertreter der jüngeren Generation ist Geschichte lediglich virtuelle Vergangenheit, in welcher Tatsachen und Fälschungen schlecht oder gar nicht getrennt werden können. Ihre Vision der Zukunft ist eine düstere.

Daniel Schweizer, Regisseur des preisgekrönten Dokumentarfilms Skinhead Attitude, enthüllt nach mehrjähriger umfangreicher Recherchen innerhalb der aktivsten Gruppen der Bewegung die internationalen Verbindungen einer Achse Stockholm-Moskau-Dallas. Er exponiert die Kräfte, die hinter dem Begriff «White Power» und den «New Racists» Parolen stehen.

Schließt man – zu Recht – eine Propagandawirkung in diesem Kontext aus, kann auf extremistischer Seite der Drang zur Legitimierung vermutet werden. Der Filmemacher holt genau die Dinge hervor, die allzu gern unter den Teppich gekehrt werden.
White Terror spiegelt damit nicht zuletzt das Dilemma vieler Regierungen, deren Vertreter Schweizer auch zu Wort kommen lässt:
Zwischen Offenlegen und Totschweigen, zwischen Dulden und Verbieten wählt jede Nation ihren eigenen (schwankenden) Weg. Entsprechend fällt im einen Land unter die Rassismusklausel, was im anderen toleriert wird – und was in Deutschland gesetzlich geahndet wird, spielt sich in den USA unter den Augen der Gesetzeshüter ab (Hitlergruß und Nazi-Embleme, die Schändung der israelischen Fahne oder die Forderung nach weißer Vorherrschaft).

White Terror legt damit den Finger gleich auf zwei wunde Stellen in der Thematisierung dieses Phänomens:
das Umsichgreifen neonazistischen Gedankenguts und die zögerliche Unsicherheit der Gesellschaft im Umgang damit.


Anschließendes Filmgespräch mit Stefanie Vasold (Jugendbeauftragte des 8. Bezirks), Alexander Griwatz (Antidiskriminierungsbeauftragter des 8. Bezirks), Markus Trenker (Bezirksrat) und Barbara Waschmann (normale.at) - moderiert von Werner Rotter (Menschenrechtskomittee Seibane Wague)