Die Normale
das gesellschafts- und wirtschaftspolitische Dokumentarfilm-Fest

Hunger.Macht.Profite. Wien - Dez 06
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Hunger.Macht.Profite.
Filmtage zum Recht auf Nahrung
Programm für Sonntag, 3. Dezember 2006

zum download des Programm-Folders (PDF, 764kb)

Begleitfilme im Foyer (Eintritt frei):
11:00 Uhr Eine andere Welt ist pflanzbar! von Ella v.d. Haide und Christoph Arndt
17:00 Uhr Mutter Ganges - hörst Du mich? von FIAN International
17:30 Uhr Der Durstige Planet: Wasser und Ernährung von Deutsche Welle-TV

ab 11:00 Uhr Film-Brunch in Anwesenheit des Regisseurs Manfred Ladwig:
Die Hungermacher von Ashwin Raman und Manfred Ladwig
Tote Ernte - Der Krieg ums Saatgut von Kai Krüger und Bertram Verhaag
Die Gen-Verschwörung von Manfred Ladwig

18:00 Uhr Land unter Strom von Dorit Siemers und Heiko Thiele

ab 11:00 Film-Brunch
Die Hungermacher

von Ashwin Raman und Manfred Ladwig
Deutschland 2002
28 Min, deutsch

In Essaipet, einem Dorf im südindischen Bundesstaat Andrah Pradesh, trauert eine Bäuerin um ihren Mann. Im letzten Sommer nahm er sich das Leben, weil er keinen Ausweg aus der Schuldenfalle sah. In Rom fand zur gleichen Zeit der 5. Welternährungsgipfel statt. Repräsentanten der Dritten Welt nannten diesen UN-Gipfel den „Gipfel der Zeitverschwendung“. Denn die Zahl der Hungernden auf dem Planeten hat sich seit Einführung dieses Gipfels nicht wesentlich reduziert.

Der Film zeigt am Beispiel Indiens, insbesondere des Bundesstaats Andrah Pradesh im Süden des Landes, die vielfältigen Ursachen des weltweiten Hungers. Es stellt aber auch unterschiedliche Lösungsansätze zu seiner Bekämpfung vor. Nicht nur Naturkatastrophen und Krieg verursachen unzureichende Ernährung von Menschen – die Gründe für lebensbedrohlichen Hunger sind weitaus komplexer: Besitzverteilung von Grund und Boden, zentrale Entscheidungen über die Bebauung des Agrarlandes, Ansatzmöglichkeiten der Ernte, globale Wirtschaftsfaktoren und vieles andere. Hunger ist häufig ein verstecktes, schleichendes Phänomen. Permanente Unterernährung schwächt die Menschen, führt zu Krankheiten und schließlich zum Tod. Zur Zeit hungern weltweit etwa 800 Millionen Menschen, 170 Millionen davon sind Kinder.

Der Kampf gegen den Hunger hat viele Gesichter. Ein Ausweg wird von vielen in der Gentechnik gesehen. Sie soll die Nahrungsmittelerträge wesentlich steigern.
Das ist auch das Ziel von Vandana Shiva, der Trägerin des Alternativen Nobelpreises. Auf ihrer Farm praktiziert sie erfolgreich ertragssteigernde Anbaumethoden, jedoch ohne Gentech-, Pestizid- oder Düngemitteleinsatz.

Das erklärte Ziel der UNO ist es, im Rahmen der Millennium Entwicklungsziele die Zahl der Hungernden weltweit bis 2015 zu halbieren. Der Film macht die Schwierigkeiten, aber auch die Chancen deutlich, dieses Ziel zu erreichen.


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Im Filmgespräch mit dem Regisseur Manfred Ladwig, Gertrude Klaffenböck (FIAN), Markus Schörpf (Gentechnik-Experte von BIO AUSTRIA) und Irmi Salzer (Österreichische Bergbauern und Bergbäuerinnen Vereinigung) fokussieren wir auf die Situation in Österreich, Entwicklungen und konkrete Möglichkeiten.

Film-Brunch mit biologischen und fair gehandelten Lebensmitteln der Weltläden Wien 1 und Wien 8 und dem Biohof Adamah.

Film-Brunch

Tote Ernte
Der Krieg ums Saatgut

von Kai Krüger und Bertram Verhaag
Deutschland 2001
deutsch

Percy Schmeiser traute seinen Augen nicht. Der kanadische Farmer sollte per Gerichtsbeschluß gezwungen werden, dem Chemiemulti Monsanto von 100.000 US-$ Schadensersatz zu zahlen. Der Grund: er habe widerrechtlich Monsantos patentiertes Saatgut angebaut. Dabei hatte er doch gerade erst feststellen müssen, dass seine Rapsernte von 650 Hektar durch genmanipulierte Rapspflanzen verseucht war.
Offensichtlich hatten Stürme Samen oder Pollen von den Feldern seiner Nachbarn auf seine Farm getragen. Auf alle Fälle war Schmeisers 50-jährige Zuchtarbeit durch die fremden genmanipulierten Pflanzen zerstört. Für ihn ein nicht wieder gut zu machender Schaden - und jetzt sollte er auch noch dafür bezahlen.

Kai Krüger und Bertram Verhaag dokumentieren den Kampf Percy Schmeisers gegen Monsanto. Sie haben sich aber auch in Deutschland umgesehen. Der Landwirt Klaus Buschmeier aus dem westfälischen Extertal wehrt sich zusammen mit Kollegen gegen die Zulassung von genmanipuliertem Getreide. Neuerdings verlangen die Saatguthersteller Lizenzgebühren von den Bauern, wenn sie einen Teil der Ernte zur Wiederausssaat verwenden. Hunderte von ihnen stehen mittlerweile vor Gericht, weil sie diese Zahlungen verweigern.


Im Filmgespräch mit dem Regisseur Manfred Ladwig, Gertrude Klaffenböck (FIAN), Markus Schörpf (Gentechnik-Experte von BIO AUSTRIA) und Irmi Salzer (Österreichische Bergbauern und Bergbäuerinnen Vereinigung) fokussieren wir auf die Situation in Österreich, Entwicklungen und konkrete Möglichkeiten.

Film-Brunch mit biologischen und fair gehandelten Lebensmitteln der Weltläden Wien 1 und Wien 8 und dem Biohof Adamah.

Film-Brunch

Die Gen-Verschwörung
von Manfred Ladwig
Deutschland 2006
30 Min, deutsch

Die Gen- Verschwörung - eine Spurensuche: 'Wie sicher ist die Gentechnik wirklich?' Dieser Frage ist 'betrifft'-Autor Manfred Ladwig weltweit nachgegangen. In Deutschland ist der Anbau in diesem Jahr erstmals erlaubt. In den USA oder Argentinien wird Gentechnik schon seit einem Jahrzehnt eingesetzt. Aus den USA kamen die ersten Produkte. Vom weltweit größten Hersteller Monsanto/St.Louis heißt es: 'Die Gentechnik ist ungefährlich'. Allerdings ergibt die 'betrifft'-Recherche des Autors Ladwig, das gentechnisch verändertes Essen gar nicht so ungefährlich ist. Für Mensch und Umwelt.

Beispiel 1: Im Oktober 2005 stellte die australische Forschungsorganisation CSIRO ihre immerhin zehnjährigen Forschungen an Gen-Erbsen ein. Grund: Fütterungen bei Mäusen mit den Gen-Erbsen führten zu schweren Nebenwirkungen. Nach der Philosophie der Gentechindustrie: ausgeschlossen!

Beispiel 2: Der Franzose Prof. Gilles Eric Seralini, ein ausgewiesener Fachmann für Gentechnik, wird im Sommer 2004 von der französischen Regierung aufgefordert, einen Zulassungsantrag von Monsanto für einen Gen-Mais zu überprüfen. Zu seiner Überraschung stößt er auf eklatante Mängel in den Unterlagen. Als der Franzose die Fütterungstests der Amerikaner nachvollzieht, stößt er auf krankmachende Nebenwirkungen des Gen-Maises. Die Tiere zeigen Zellveränderungen. Die inneren Organe sind verändert. Hier heißt es aus den Reihen der Multis: Fehlinterpretation!

Drittes Beispiel: Einem japanischen Wissenschaftler wurde Mitte der 90er Jahre von seiner Regierung ein Zulassungsantrag des weltweit größten Herstellers gentechnisch veränderter Pflanzen Monsanto für Gen-Soja zur Prüfung auf den Tisch gelegt. Der US-Multi wollte unter allen Umständen auf den lukrativen japanischen Markt. Prof. Kawata kommt zu dem Schluss: Die Unterlagen sind unvollständig, teilweise manipuliert. 'betrifft' zeigt einen Teil der Unterlagen. Angesichts dieser Ereignisse ist der Widerstand der Japaner gegen Genfood bis heute weltweit am größten, auch das belegt der Film.

Wie sicher also ist die Gentechnik wirklich? Wer garantiert die Sicherheit der Verbraucher angesichts solch alarmierender Meldungen? Und wie kann es sein, dass Produkte, die offensichtlich mit solchen Gefahren verbunden werden, überhaupt auf dem Markt sind?

Ladwig stößt im Zuge seiner weiteren Recherche auf ein Interessengeflecht zwischen Politik, Industrie und Behörden. Entlarvt manipulierte Unterlagen, dokumentiert den massiven Druck der Industrie auf die Kritiker der Gentechnik.

Welche weiteren Folgen hat der Anbau von gentechnisch veränderten Produkten? Aus Argentinien kommen alarmierende Meldungen. Es heißt: Superunkräuter würden entstehen, die verwendeten Pestizide seien gesundheitsgefährdend. Ladwig reist nach Argentinien. Seine Recherche ergibt: Das Kernversprechen der Industrie ist falsch, das da lautet: Es werden durch Gentechnik weniger Pestizide benötigt. Diese Behauptung lässt sich nicht halten.
Und: Ladwig stößt bei seinen Recherchen in Argentinien auf einen weiteren bisher unbeachteten Negativaspekt der Gentechnik: die Folgen des Pestizideinsatzes. Glyphosat kommt beim Anbau von Gensoja zum Einsatz. Es sei für Menschen unschädlich, heißt es beim Hersteller. Das ist offenbar ebenfalls zweifelhaft. Ein schwedischer Wissenschaftler hat in einer Studie festgestellt, dass Bauern, die mit Glyphosat arbeiten, signifikant häufiger an einem seltenen Krebs erkranken. Ladwig besucht diesen Experten. Der Wissenschaftler erzählt auch, wie er von Monsanto unter Druck gesetzt wurde.

Das Fazit von Ladwigs Spurensuche: Es gibt eine Fülle von Belegen, wonach gentechnisch veränderte Produkte mit Allergien und Krebsgefahr in Verbindung gebracht werden müssen. Die Zulassungsunterlagen selbst und die Beispiele aus dem Film belegen eindringlich die Gefahren.
Und die Dokumentation belegt darüber hinaus, wie eine kleine Clique aus Politik und Industrie mit allen Mitteln versucht, die grüne Gentechnik weltweit durchzusetzen - auf den Märkten und damit auch auf den Tischen und im Essen der VerbraucherInnen.


Im Filmgespräch mit dem Regisseur Manfred Ladwig, Gertrude Klaffenböck (FIAN), Markus Schörpf (Gentechnik-Experte von BIO AUSTRIA) und Irmi Salzer (Österreichische Bergbauern und Bergbäuerinnen Vereinigung) fokussieren wir auf die Situation in Österreich, Entwicklungen und konkrete Möglichkeiten.

Film-Brunch mit biologischen und fair gehandelten Lebensmitteln der Weltläden Wien 1 und Wien 8 und dem Biohof Adamah.

18:00 Uhr
Land unter Strom

von Dorit Siemers und Heiko Thiele
Deutschland 2006
78 Min, deutsch

Gegenwärtig gibt es weltweit über 45.000 große Staudämme. Gerade in den sog. Entwicklungsländern gelten sie weiterhin als Motor für wirtschaftlichen Aufschwung. Dabei sind die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen gravierend.

In Mittelamerika sind zahlreiche Staudämme geplant und in Konstruktion. Auch dort zählen Abholzung von Regenwäldern, Vernichtung der Artenvielfalt, Überflutung von Gemeinden und Maya-Ruinen zu den 'Begleiterscheinungen' der profitablen Bauwerke.

Die ansässige Bevölkerung ist gegen die Konstruktion der Dämme - im Falle des Widerstands droht ihnen gewaltsame Vertreibung und Mord. Die produzierte Energie und das Stauwasser dienen primär den Niedriglohnfabriken (Maquiladoras), den Monokulturen, dem Tourismussektor sowie dem Energieexport. Dagegen ist ein Drittel der mittelamerikanischen Haushalte immer noch ohne Stromanschluss. Hinter den kostspieligen Staudämmen stehen Profit- und Machtinteressen von Regierungen und Staudammindustrie. Auch deutsche Konzerne sind an den Wasserkraftwerken beteiligt - und haben selbst mit blutigen Diktaturen zusammengearbeitet.

Vier Beispiele aus Honduras, Guatemala und Mexiko (Babilonia, El Tigre, Chixoy, Usumacinta) dokumentieren die zahlreichen Folgen von der Planung bis zur Inbetriebnahme von Staudämmen. Gleichzeitig zeigen sie den Widerstand der Menschen gegen Enteignung, Naturzerstörung und staatliche Gesetzesbrüche.

Das Filmteam Dorit Siemers und Heiko Thiele reiste 5 Monate durch Südmexiko und Mittelamerika, um existierende und geplante 'Entwicklungsprojekte' des Plan Puebla-Panamá (PPP) zu dokumentieren. Der PPP - ein neoliberales Großvorhaben mit ineinander verzahnten Wirtschaftsbereichen - wird trotz negativer Auswirkungen auf Mensch und Natur von den Regierungen weiter vorangetrieben.Das Filmteam begleitete Organisationen und Betroffene, die Widerstand gegen Fremdbestimmung und Ausverkauf der Ressourcen leisten. Zudem interviewten sie PolitikerInnen und Unternehmer. Ein wichtiger Aspekt ist die Beteiligung euroäischer Unternehmen, Banken und KonsumentInnen.


Filmgespräch mit Nonno Breuss (ECA-watch Österreich) zum Ilisu-Staudammprojekt (Türkei) unter Beteiligung österreichischer Unternehmen.

Begleitfilme im Foyer (Eintritt frei)

11:00 Uhr
Eine andere Welt ist pflanzbar!
von Ella v. d. Haide und Christoph Arndt
Deutschland 2004
Kurzfilm, deutsch

Urbane Gemeinschaftsgärten sind ein weltweit vorkommendes Phänomen.
Auch in Berlin kommen immer mehr Menschen zusammen um gemeinsam ihre Umgebung zu gestalten und ökologische Nahrungsmittel anzubauen.
Im Zentrum des Film stehen die AktivistInnen aus drei innerstädtischen Gemeinschaftsgärten, ihre Gärten und Visionen.

Sie berichten darüber, wie wund warum ihre Gärten nicht nur grüne Oasen mitten in der Stadt sind, sondern Projekte, durch die sie „eine andere Welt“ verwirklichen.
Raumaneignung und Stadtgestaltung von unten, Stadtökologie, Umweltverantwortung, ökologische Nahrungsmittel- und Heilpflanzenproduktion, nachbarschaftliche Selbstorganisatin über kulturelle Unterschiede hinweg, soldiarische und feministische Aktionsräume sind nur einige der Ideen, die hier umgesetzt werden.

17:00 Uhr
Mutter Ganges - hörst Du mich?

von FIAN International
2005
Kurzfilm, deutsch
www.fian.de

Ein Film über FIANs Kampf für die Verwirklichung des Rechts auf Nahrung in Indien.

17:30 Uhr
Der Durstige Planet:
Wasser für Nahrung

von Timur Diehn
2003
Kurzfilm, deutsch
Deutsche Welle-TV

Der größte globale Wasserverbraucher und gleichzeitig Verschwender ist die Landwirtschaft.
Mehr als 40 Prozent der Weltnahrungsmittel werden mit künstlicher Bewässerung erzeugt. Rinderzucht in der Wüste, Baumwollfelder in der asiatischen Steppe, Weizenernte in den Tropen.

Für die Erfolge der 'grünen Revolution' zahlen die Menschen einen hohen Preis. Zwar sorgt die künstliche Bewässerung im großen Stil weltweit für Rekordernten. Gleichzeitig versiegen gigantische Flüsse, bevor sie das Meer erreichen.