Die Normale
das gesellschafts- und wirtschaftspolitische Dokumentarfilm-Fest

Hunger.Macht.Profite. Wien - Dez 06
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Hunger.Macht.Profite.
Filmtage zum Recht auf Nahrung
Programm für Samstag, 2. Dezember 2006

zum download des Programm-Folders (PDF, 764kb)

Begleitfilme im Foyer (Eintritt frei):
17:00 Uhr Iss Fair! von Elisabeth Blum und Verena Aldrian
17:30 Uhr Blumengrüße vom Äquator von FIAN International
20:30 Uhr Ein Lächeln mitten im Krieg von FIAN International

18:00 Uhr Mahlzeit: Krank vom Essen von Karin Haug
21:00 Uhr Österreich-Premiere: McLibel von Franny Armstrong


18:00
Mahlzeit:
Krank vom Essen

von Karin Haug
Deutschland 2003
44 Min, deutsch

Nahrung - ein Thema, das uns alle angeht. Was essen wir eigentlich, wie gesund ist unsere Nahrung, werden wir 'krank vom Essen'? Der Film sucht Antworten und überprüft Klischees, informiert über neueste ernährungswissenschaftliche Erkenntnisse und klärt auf, wie riskant unsere Nahrung heutzutage sein kann.

Moderne Ernährung in der Wohlstandswelt: Fertig-Essen, Fast-Food, Snacks - Essen, das krank macht. Herz-Kreislauferkrankungen, Übergewicht, Diabetes, Gicht, Allergien und auch Krebs werden oft auf eine falsche Ernährung zurückgeführt und sind in den westlichen Industriegesellschaften im Anstieg begriffen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf weist auf Risiken hin. Sie warnt vor zu viel Zucker in der Ernährung, warnt vor einer dramatischen Zunahme chronischer Krankheiten.

Reaktion: Die US-Zucker-Lobby, ein machtvoller Zweig der internationalen Agrarindustrie, macht Druck, die US-Regierung droht mit einer Kürzung ihrer Beiträge zur WHO, wenn der kritische Bericht über den Zucker im Essen nicht korrigiert wird.

Die Tiefkühlfirma 'Frosta' in Bremen will ihre Produktpalette erweitern. Die Manager planen eine 'Öko-Linie', zusatzstofffreie Lebensmittel, die 'Frosta' künftig über den Lebensmittelhandel anbieten will. Reaktion: Die Lebensmittelproduzenten stellen fest, dass es fast unmöglich ist, 'reine' Grundprodukte zu bekommen.

Keine künstlichen Aromastoffe, keine Geschmacksverstärker, Butter ohne Farbstoff, Zucker und Salz ohne 'Rieselhilfe' sind auf dem Markt fast nicht zu kriegen. Die EU plant eine Verordnung über 'ehrliche' Werbung. Die Werbeslogans sollen keinen Gesundheitseffekt vortäuschen, der nicht wirklich vorhanden ist.
Reaktion: Massive Proteste von der Industrie, von der Werbewirtschaft, so geht's nicht, außerdem mache Zucker ja wirklich 'gute Laune', weshalb '... macht Kinder froh' ja nicht zu viel verspreche.

Was essen die Menschen eigentlich, wie gesund ist Nahrung, werden VerbraucherInnen 'Krank vom Essen?'Der Film begibt sich auf eine Spurensuche und überprüft gängige Klischees, zeigt neue Erkenntnisse und klärt auf, wie riskant Nahrung heutzutage sein kann. Nicht Fett allein ist ein Problem, die Lebensmittelindustrie hat eine 'Kohlehydrat-Zucker-Falle' produziert, in die Konsument/innen massenweise tappen. Der Ernährungswissenschafter Nicolai Worm präsentiert neueste Forschungserkenntnisse, wonach die allseits beklagte Dickleibigkeit auf geschickt 'gemischten' Lebensmitteln basiert, die die menschliche Suchtanfälligkeit nutzen. Udo Pollmer, ein weiterer Ernährungsspezialist, berät unterdessen 'Frosta' bei der schwierigen Suche nach sinnvollen reinen Lebensmitteln – eine Detektivarbeit.


Filmgespräch mit Rosemarie Zehetgruber (gutessen consulting), Claus Holler (Ernährungsexperte von BIO AUSTRIA) und FIAN Österreich, wie wir dem beikommen können.

Abschließend zeigen wir 'Süßstoff-Kraut macht Zuckerrüben Konkurrenz', ein Kurzfilm der Universität Bonn über die Gründe, warum uns das Süßkraut Stevia vorenthalten wird.

21:00 Uhr
Österreich-Premiere:
McLibel

von Franny Armstrong
Großbritannien 2005
85 Min, EN-OmU-DE

McLibel ist die Geschichte von der Gärtnerin und dem Postboten, die McDonald’s die Stirn boten und sich letztlich nicht nur gegen den Konzern, sondern auch gegen die britische Rechtssprechung durchsetzen konnten.

So verloren Helen Steel und Dave Morris zwar vor dem englischen Gericht ihren Prozess wegen Verleumdung des übermächtigen Konzerns, weil sie McDonald’s kritisch und öffentlich mit Themen wie Junk Food, McJobs, Tiermisshandlungen, Umweltzerstörung und Kinderwerbung in Verbindung gebracht hatten, gewannen allerdings 7 Jahre später (2005) vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, der die Verwendung des britischen Verleumdungsgesetzes für rechtswidrig erklärte.

McLibel handelt nicht nur von Hamburgern, sondern von der Wichtigkeit der freien Meinungsäußerung in Zeiten, da multinationale Konzerne über immer größere Einflussmöglichkeiten verfügen.


Im Anschluss sind wir Gespräch mit Steffen Nichtenberger (Gentechnik-Experte von Greenpeace), Rubina Möhring (Präsidentin von Reporter ohne Grenzen, Ralf Leonhard (FIAN Österreich, Vorstandsvorsitzender) über die britischen AktivistInnen, österreichische Erfahrungen und Meinungsfreiheit.

Begleitfilme im Foyer (Eintritt frei)

17:00 Uhr
Iss Fair!
von Elisabeth Blum und Verena Aldrian
Österreich 2004
Kurzfilm, deutsch

Wer erfährt, dass für seinen Schokokuchen afrikanische Kindersklaven auf den Kakaoplantagen schuften, dem wird der Bissen wahrscheinlich stecken bleiben. Solch traurige Beispiele gibt es unzählige  - von Bananen, Kaffee bis hin zum Kinderspielzeug.

Heißt die einzige logische Konsequenz nun Verzicht auf all die schönen und leckeren Dinge im Leben?

Nein, unsere InterviewpartnerInnen schlagen andere kostengünstige und moralisch leichter vertretbare Alternativen vor.

17:30 Uhr
Blumengrüße vom Äquator

von Anne Voss
Deutschland 2003
30 Min, deutsch
www.fian.de

Der Film zum Flower Label Programm (FLP):
Der Film zeigt anhand von Beispielen aus Kenia und Ecuador die schwierigen Arbeitsbedingungen - vor allem für Frauen - in den Blumenfarmen und die ersten Erfolge der Beschäftigten und Kontrollarbeiten des FLP - Flower Label Programms.

Ein wichtiges Ziel des FLP ist eine massive Verbesserung der Arbeitsbedingungen.

20:30 Uhr
Ein Lächeln mitten im Krieg

von FIAN International
2003
27 Min, OmU-DE
www.fian.de

Sehr eindringliche und anschauliche Darstellung zur Situation der afrokolumbianischen Gemeinden am Cacarica-Fluss und ihres Kampfs um ihre Rechte und ein Leben in Würde und Selbstbestimmung.