Die Normale
das gesellschafts- und wirtschaftspolitische Dokumentarfilm-Fest

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Normale 06 @ Strandbar Herrmann

Samstag, 23. September 2006, ab 19:30 Uhr
Open Air - Eintritt frei


19:30 Uhr

Wasser unterm Hammer
Wenn die Haupt- zur Nebensache wird

von Leslie Franke und Hermann Lorenz
Deutschland 2005
60 Min, deutsch
www.kerntv.de

Die wichtigen Dinge im Leben wissen Menschen meist erst zu schätzen, wenn sie fehlen – Wasser ist so ein Ding. Eine haarsträubende Dokumentation über Strategien und Praktiken der Akteure der Wasser-Privatisierungen und ihre verheerenden Konsequenzen am Beispiel Englands und Deutschlands.

Susanne Baker wohnt in London im fünften Stock. Wenn sie morgens aufsteht, schaut sie als erstes, ob Wasser aus dem Hahn kommt. Wenn nicht , ist Stress angesagt . Vielleicht läuft ja noch Wasser bei der Nachbarin im dritten oder bei der im zweiten Stock...
Die Wasserversorgung in England ist seit 1989 privatisiert. Rohre reparieren ist extrem teuer und bringt keinen Gewinn.

So versickert die Hälfte des Trinkwassers in Londons Untergrund. Die maroden victorianischen Zuleitungen bersten zu oft bei normalem Wasserdruck. So senkte ihn Thames Water (RWE) ab mit der Folge, dass das kostbare Nass schon seit Jahren nicht immer und überall in die oberen Stockwerke steigt. Zu Beginn dieses Jahres wurde angekündigt, den Druck um ein weiteres Bar zu vermindern.

Konnte in Hamburg die geplante Privatisierung der Wasserwerke durch ein erfolgreiches Volksbegehren 2004 vorerst verhindert werden, herrschen in Berlin zwei Global Player über den wertvollen Wasserschatz: der französiche Riese „Veolia“ und die zum deutschen RWE-Konzern gehörende „Thames Water“. Mit verheerenden Konsequenzen für die Stadt: Seit der Teilprivatisierung der Berliner Wasserbetriebe 1999 ist die Zahl der Angestellten um über 2000 gesunken, die Wasserpreise stiegen um über dreißig Prozent und allein im Jahr 2004 verzichtete Berlin auf 41,2 Millionen Euro Einnahmen für den Haushalt, um dem Konsortium eine jährliche Renditegarantie von acht Prozent zu sichern. Der Unmut in der Stadt wächst.

Eine Spurensuche auf den Fährten von „Effizienz um jeden Preis?“, „Gewinnmaximierung“ und „Wasser als Nebensache?“

Studien der Österreichischen Gesellschaft für Politikberatung und Politikentwicklungzu Wasser in der EU:
Wasserver- und Abwasserentsorgung in der EU
Studienreihe 'Privatisierung und Liberalisierung öffentlicher Dienstleistungen in der EU 25

20:30 Uhr
Die Zukunft des Wassers
aus 'Der Durstige Planet',
Deutsche Welle-TV

von Henning Hesse
Deutschland 2003
26 Min, deutsch

Über 1 Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Und Tag für Tag sterben Tausende, die meisten davon Kinder, an den Folgen verschmutzten Wassers. Die Vereinten Nationen möchten diese Zahlen bis zum Jahr 2015 wenigstens halbieren - ein 'Millennium Goal', das kaum ein Experte für realistisch hält.

Dabei liegt die Lösung der Wasserkrise in unserer Hand. Und gut durchdachte Lösungen, die auch schon praktiziert werden, würden gleichzeitig Hunger und Krankheit, Armut und soziale Ungerechtigkeit bekämpfen.