Die Normale
das gesellschafts- und wirtschaftspolitische Dokumentarfilm-Fest

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Normale 06 @ Strandbar Herrmann

Freitag, 22. September 2006, ab 19:30 Uhr
Open Air - Eintritt frei


19:30 Uhr

Nichts geht ohne Coca-Cola
Wie ein Konzern die WM dominiert

von Inge Altemeier und Reinhard Hornung
Deutschland 2006
45 Min, deutsch
www.globalfilm.de

Der amerikanische Getränke-Gigant Coca Cola hat es so mit der FIFA vereinbart: In allen deutschen WM Stadien dürfen nur Soft Drinks von Coca Cola verkauft werden. Es gibt sogar Bannmeilen rund um die Stadien, in denen die Konkurrenz nichts anbieten und auch nicht werben darf.

Mit Ticketverlosungen, Fußballturnieren und neuen WM-Dosen setzt sich Coca Cola schon frühzeitig in Szene. Sportlich und fair, so will Sponsor Coca Cola gerne beim Konsumenten ankommen.
Diese SWR-Sendung 'Betrifft' überprüft kritisch, welchen Wert diese Attribute tatsächlich im Alltag des Konzerns haben. Was macht der Sponsor im Gastgeberland der WM?

So stellt sich heraus, dass Coca-Cola in Ostdeutschland mancherorts Fördergelder kassierte, ohne langfristig Arbeitsplätze zu schaffen. Die Losung 'hier produziert, hier getrunken' ist ebenfalls in Gefahr, denn die Konzernzentrale in Atlanta will offenkundig massiv Produktion und Vertrieb in Deutschland verschlanken. Betriebsräte befürchten die Verlagerung von mehreren Tausend Arbeitsplätzen nach Osteuropa. In Indien wird die Fairness des globalen Konzerns stark angezweifelt. Hier pumpen die Abfüllwerke den Bauern das Wasser ab, um Softdrinks zu produzieren. In verschiedenen Regionen ist der Wasserspiegel bereits um 60 Meter abgesunken. Tagelöhner arbeiten für 1,50 Euro pro Schicht. Es gibt massiven Widerstand der betroffenen Bevölkerung gegen den Coca-Cola Konzern und dessen Expansionspolitik.

20:15 Uhr

Ermordete Coca-Cola Gewerkschafter in Kolumbien
von Bärbel Schönafinger
kanalB.de
Deutschland 2003
59 Min, deutsch

Dieser Dokumentarfilm rekonstruiert die Morde an Gewerkschaftern in Kolumbien wie in einem Kriminalfilm. Es wird deutlich, wie paramilitärische und staatliche Gewalt in dem südamerikanischen Land zusammenhängen und wie multinationale Konzerne davon profitieren.

In Kolumbien werden jedes Jahr um die 100 Gewerkschafter ermordet. Dabei spielen Konzerne wie Coca Cola und Nestlé eine wichtige Rolle. Um dies exemplarisch zu belegen, wurde dieser Fall gründlich recherchiert:
Der Film rekonstruiert den Fall im Detail und bettet ihn in die jüngere politische Geschichte der Region Urabá ein, wo 1995 bis 1998 durch tausendfaches Morden die erfolgreiche Linkspartei Union Patriotica und alle sozialen Bewegungen ausgerottet wurden. Im Bogen zurück nach Europa stellt sich die Frage, ob dinternationalen Solidarität unter GewerkschafterInnen funktioniert.

'Wir waren die beiden, die sich dem Unternehmen am deutlichsten entgegenstellten' erzählt Dario Mancuso (Name von der Red. geändert) über sich und seinen ermordeten Kollegen Isidro Gil.
Isidro wurde am 5. Dezember 1996 in der Coca Cola Abfüllanlage 'Bebidas Y Alimentos de Urabá' vonParamilitärs erschossen. Der Mord war die Antwort des Unternehmens auf den Forderungskatalog, denIsidro Gil als Gewerkschaftsvorstand dem Unternehmen vorgelegt hatte, zur Eröffnung der Tarifverhandlungen.

Im Einvernehmen mit der Geschäftsführung töteten Paramilitärs in dieser Abfüllanlage fünf gewerkschaftlich organisierte Arbeiter, und zwangen die gesamte Belegschaft aus der Gewerkschaft auszutreten.
Die Vertreibung der Lebensmittelgewerkschaft Sinaltrainal aus Carepa ist aber nicht nur ein Teil der politischen Geschichte der Region Urabá, sondern macht die Situation der gesamten unabhängigen Gewerkschaftsbewegung in Kolumbien deutlich; seit der Gründung der zentralen Arbeiterunion CUT wurden in Kolumbien mehr als 4000 Gewerkschafter ermordet, jedes Jahr kommen etwa 150 ermordete Gewerkschafter dazu. Von den urspünglich 1500 gewerkschaftlich organisierten Coca-Cola Arbeitern sind heute noch 450 übrig.

Derzeit wehrt sich die Lebensmittelgewerkschaft Sinaltrainal erbittert und hartnäckig gegen ihre Auslöschung durch den Kolumbianischen Staat und die Unternehmen (v.a. Coca-Cola und Nestlé). In Miami brachte Sinaltrainal mit der Unterstützung der Gewerkschaft United Steelworkers Coca-ColaAtlanta und den Besitzer der Abfüllanlage in Carepa vor Gericht.

www.cokewatch.org