Dieser Dokumentarfilm rekonstruiert die Morde an Gewerkschaftern in Kolumbien wie in einem Kriminalfilm. Es wird deutlich, wie paramilitärische und staatliche Gewalt in dem südamerikanischen Land zusammenhängen und wie multinationale Konzerne davon profitieren. In Kolumbien werden jedes Jahr um die 100 Gewerkschafter ermordet. Dabei spielen Konzerne wie Coca Cola und Nestlé eine wichtige Rolle. Um dies exemplarisch zu belegen, wurde dieser Fall gründlich recherchiert: Der Film rekonstruiert den Fall im Detail und bettet ihn in die jüngere politische Geschichte der Region Urabá ein, wo 1995 bis 1998 durch tausendfaches Morden die erfolgreiche Linkspartei Union Patriotica und alle sozialen Bewegungen ausgerottet wurden. Im Bogen zurück nach Europa stellt sich die Frage, ob dinternationalen Solidarität unter GewerkschafterInnen funktioniert. 'Wir waren die beiden, die sich dem Unternehmen am deutlichsten entgegenstellten' erzählt Dario Mancuso (Name von der Red. geändert) über sich und seinen ermordeten Kollegen Isidro Gil. Isidro wurde am 5. Dezember 1996 in der Coca Cola Abfüllanlage 'Bebidas Y Alimentos de Urabá' vonParamilitärs erschossen. Der Mord war die Antwort des Unternehmens auf den Forderungskatalog, denIsidro Gil als Gewerkschaftsvorstand dem Unternehmen vorgelegt hatte, zur Eröffnung der Tarifverhandlungen. Im Einvernehmen mit der Geschäftsführung töteten Paramilitärs in dieser Abfüllanlage fünf gewerkschaftlich organisierte Arbeiter, und zwangen die gesamte Belegschaft aus der Gewerkschaft auszutreten. Die Vertreibung der Lebensmittelgewerkschaft Sinaltrainal aus Carepa ist aber nicht nur ein Teil der politischen Geschichte der Region Urabá, sondern macht die Situation der gesamten unabhängigen Gewerkschaftsbewegung in Kolumbien deutlich; seit der Gründung der zentralen Arbeiterunion CUT wurden in Kolumbien mehr als 4000 Gewerkschafter ermordet, jedes Jahr kommen etwa 150 ermordete Gewerkschafter dazu. Von den urspünglich 1500 gewerkschaftlich organisierten Coca-Cola Arbeitern sind heute noch 450 übrig. Derzeit wehrt sich die Lebensmittelgewerkschaft Sinaltrainal erbittert und hartnäckig gegen ihre Auslöschung durch den Kolumbianischen Staat und die Unternehmen (v.a. Coca-Cola und Nestlé). In Miami brachte Sinaltrainal mit der Unterstützung der Gewerkschaft United Steelworkers Coca-ColaAtlanta und den Besitzer der Abfüllanlage in Carepa vor Gericht. www.cokewatch.org |