| | | Filmtage Globales Lernen 2006 Programm der Abendvorstellungen
Die Abend- und Nachmittagsvorstellungen werden von Gesprächen mit Expert/innen und moderierten Diskussionsrunden begleitet. zum download der Programme St. Pölten, Dornbirn und Landeck
Filme der Abend-/Nachmittagsvorstellungen: Memories of Rain von Gisela Albrecht und Angela Mai Blossoms of Fire von Maureen Gosling und Ellen Osborne Bullshit Ein zynischer Preis von PeÅ Holmquist und Suzanne Khardalian
Memories of Rain
von Gisela Albrecht und Angela Mai Republik Südafrika/Deutschland 2003 107 Min, EN-OmU-DE | In Rückblenden wird die Geschichte von Jenny Cargill und Kevin Qhobosheane erzählt, die beide beim Nachrichtendienst des bewaffneten Flügels des African National Congress (ANC) in führender Position gegen den Apartheidstaat gekämpft haben. Sie stammt aus der weißen, begüterten Schicht Südafrikas, Kevin aus dem schwarzen Township Soweto. Der Weg der beiden wird gezeichnet von der Kindheit bis zum politischen Erwachen, das sie in den Untergrund und ins Exil führt. Wenn Jenny und Kevin von ihren Jahren im Untergrund erzählen, so entsteht eine Geschichte von Angst und Isolation, von Mut und Hingabe, von Erfolgen und Rückschlägen. Es ist die Geschichte eines getarnten Lebens, hinter dem die eigene Person verloren zu gehen droht. Aber sie stellen rückblickend auch Fragen an die Methoden des Widerstandskampfes. Sie berichten von Zweifeln und Schuld, denen sie sich ausgesetzt sahen, und von der Gefahr, im bewaffneten Kampf das Gefühl für Menschlichkeit einzubüßen. |  | | Spielorte-/zeiten | Cinema Paradiso St. Pölten: Do, 09.11.2006 Filmeinführung mit Dr. Walter Sauer, Experte zur Solidaritätsbewegung mit dem Südlichen Afrika vom Dokumentations- und Kooperationszentrum Südliches Afrika (SADOCC) Altes Kino Landeck: Mi, 22.11.2006 jeweils 20:00 Uhr | | Blossoms of Fire Maureen Gosling und Ellen Osborne Mexiko 2001 72 Minuten, ES|EN-OmU-DE | Die Autorin Elena Poniatowska beschrieb die legendären Frauen von Juchitán, einer Stadt in Oaxaca (Mexiko), als 'Hüter/innen der Männer, Verteiler/innen des Essens'. Künstler/innen wie Miguel Covarrubias und Frida Kahlo feierten deren Schönheit und Intelligenz. Der Film zeigt sie in all ihrer Buntheit; die eigenwillige Pracht, mit der sie ihre Geschäfte führen, die feurigen Blüten, mit denen sie ihre Gewänder besticken und kommentiert mit ärgerlichem Humor jene ungenauen Artikel in der ausländischen Presse, die sie als frivoles und promiskuitives Matriarchat darstellen. Die Interviewpartner/innen teilen eine harte, ethische, leidenschaftliche Arbeit unabhängig von ihren, in der zapotekischen Kultur verwurzelten, Charakterzügen. Diese Qualitäten haben nicht nur mächtige Frauen sondern auch die progressive Politik dieser Region hervor gebracht, die sich in der unüblichen Toleranz von Homosexualität widerspiegelt. Ihr Leben mag hart sein und die Fortführung der Zapotec Kultur und Sprache ist ein fortwährender Kampf, aber es ist klar, dass keine/r - weder Mann noch Frau, jung oder alt, homosexuell oder nicht - freiwillig mit jemandem aus der 'ersten' Welt Platz tauschen würde. Juchitán, in der Isthmus-Region zwischen dem Golf von Mexiko und dem Pazifik gelegen, ist aufgrund des hohen Erdölvorkommens interessant auch für transnationale Konzerne, die bislang erfolgreich abgewehrt wurden. |  | | Spielorte-/zeiten | Cinema Paradiso St. Pölten: Fr, 10.11.2006 Anschließendes Gespräch zum Film und entwicklungspolitischer Frauen-Forschung mit Dr.in Gertrude Eigelsreiter-Jashari / Südwind Niederösterreich West Altes Kino Landeck: Do, 23.11.2006 jeweils 20:00 Uhr | | Bullshit Ein zynischer Preis von von PeÅ Holmquist und Suzanne Khardalian Schweden 2005 44 Min, deutsch | Ein Dokumentarfilm über Vandana Shiva, indische Umweltaktivistin und Nuklearphysikerin, und ihr Engagement gegen Patente, genetische Modifizierung, Bio-Piraterie und für die Bewahrung indigenen Wissens. Das Regie-Duo folgt ihr über zwei Jahre von ihrem organischen Bauernhof am Fuße des Himalaya zu mächtigen Institutionen weltweit. Hier führt Vandana Shiva den Kampf mit einem ihrer härtesten Gegner, Monsanto, dem größten US-amerikanischen Biotechnologiekonzern, der versucht, den Weizen der Indianer zu patentieren. Die Filmschaffenden arrangieren ein bewegendes Treffen zwischen Vandana Shiva und Barun Mitra, Lobbyist eines neoliberalen Think-Tanks und grimmiger Kritiker von Vandana Shiva. Er hat ihr den 'Bullshit'-Preis für nachhaltige Armut verliehen. Gemeinsam mit Dalits versucht sie, eine Abfüllanlage des Coca-Cola Konzerns in Kerala (Indien) zu schliessen, der das Grundwasser verseucht. Ebenfalls geht sie der Frage nach der steigenden Selbstmordrate von Bäuer/innen und Bauern als eine Folge der Globalisierung nach. Vandana Shiva wurde 1993 mit dem 'Right Livelihood Award' ausgezeichnet, das Time-Magazin bezeichnet sie als 'Heldin unserer Zeit', eine Ikone für Jugendliche überall auf der Welt ihre Gegner nennen sie 'The Green Killer'. |  | | Spielorte-/zeiten | Cinema Paradiso St. Pölten: Sa, 11.11.2006, 15:00 Uhr Im Anschluss sind wir im Gespräch mit Christiane Barth / Südwind Niederösterreich West zur Bedeutung von genmanipuliertem Saatgut fürÖsterreich. Spielboden Dornbirn: Di, 14.11.2006, 20:30 Uhr Im Anschluss sind wir im Gespräch mit Attac Vorarlberg zu Biodiversität und Saatguttechnologie. Altes Kino Landeck: Fr, 24.11.2006, 20:00 Uhr Im Anschluss sind wir im Gespräch mit Attac Tirol zu Biodiversität und Saatguttechnologie. | | | |