Die Normale
das gesellschafts- und wirtschaftspolitische Dokumentarfilm-Fest

Normale 04, 3.-5. Juni 2004 @ ASF04, Linz
Normale 04 Spielorte
Junge Normale in Linz
Do, 03.06.04 - Medienzelt
Do, 03.06.04 - Kunst Uni
Do, 03.06.04 - transpublic
Fr, 04.06.04 - Medienzelt
Fr, 04.06.04 - Kunst Uni
Fr, 04.06.04 - transpublic
Sa, 05.06.04 - Medienzelt
Sa, 05.06.04 - Kunst Uni
Sa, 05.06.04 - transpublic
Filme von A-L
Filme von M-Z
Das Normale Team 2004
Die Normale 2004 wurde ermöglicht durch
Öffentlichkeit
report (EN)
Pressetext

Filme von A-L

A | B | C |D | G | H | I | K | L

Do, 18:00 Kunst-Uni
30 Frames a Second. The WTO in Seattle EN, 75 Min
Regie: Rustin Thompson - USA 2000
Der Film ist ein sehr persönliches Videotagebuch über die Demonstrationen gegen die WTO-Tagung in Seattle 2000. Thompson schildert die Geschehnisse bewusst aus subjektiver Sicht und sagt vielleicht gerade deswegen viel mehr aus als jeder Versuch einer objektivierten Darstellung. Er erlebt sowohl massive polizeiliche Gewalt als auch eine Vielfalt an Protest-Aktionen gegen Polizeirepressionen und globalisierte Ökonomie. Die Bedeutung Seattles als 'Wiedererwachen' einer breiten Protestbewegung wird so nachvollziehbar.
/www.attac.de/wto
Die Ursachen der weltweiten Armuts- und Umweltprobleme, www.weed-online.org/themen/wto/index.html
Informations- und Diskussionsforum zu den Protesten in Seattle, www.infoshop.org/no2wto.html


A

Sa, 22:00 Kunst-Uni
Aftershocks: The Rough Guide to Democracy EN, 64 Min
Regie: Rakesh Sharma - Indien 2003
'Aftershocks' handelt von der Wandlung eines Wohlfahrtsstaates in ein Instrument der 'corporate governance'. Die Dokumentation untersucht die Herleitung und die Vertreibung von Menschen in zwei Ortschaften, die von Erdbeben - ausgelöst durch Braunkohle-Abbau und Energiegewinnung - heimgesucht wurden. Vom Gesichtspunkt der Menschen jener Orte sondiert dieser Film wirtschaftliche Globalisierung und der Verwirtschaftung der Demokratie aus einer einzigartig lokalen Perspektive.


B

Sa, 15:15 Medienzelt
Bock auf Bier? - Beiträge über Ute Bock DE, A 2003/04
utv.at
Elfriede Jelinek, Erwin Steinhauer, : Erika Weinzierl zur Aktion
Ute Bock bei 25-Das Magazin, Trinken für den guten Zweck, Christoph Feurstein - ORF - A 2003
Frau Bock in Wien Heute, Die Auftaktveranstaltung, Dagmar Aigner - ORF - A 2003
Bock im Palmenhaus, Dagmar Aigner - ORF Wien Heute - A 2003
ARTE, 'Absolut-Capté' - Beitrag, Redaktion: Denise Dismer- ARTE - A 2004

WEIL DIE BEHÖRDEN NICHTS TUN, MÜSSEN WIR BIER TRINKEN
Täglich werden in Österreich AsylwerberInnen auf die Strasse gestellt. Ute Bock kümmert sich seit Jahren um diese Menschen. Nun sind ihre Ersparnisse aufgebraucht. Jetzt liegt es an uns, Ute Bock zu unterstützen.
Seit 13. Juni gehen von jedem Bier, das Sie in einem der Bock auf Bier-Lokalen trinken, 10 Cent an den Verein Ute Bock. Damit auch Flüchtinge in Österreich eine Zukunft haben.
In Zusammenarbeit mit SOS Mitmensch

Trinken für Flüchtlinge: Wiener Szene macht sich für junge Einwanderer stark - Sie schlafen in U-Bahnstationen und Hinterhöfen - rund tausend Flüchtlinge in Wien sind obdachlos. Ute Bock engagiert sich für die jungen Ausländer und hat im Laufe der Jahre 30 Wohnungen für sie angemietet. Absolut begleitet junge Österreicher bei ihrem Kampf gegen die restriktive Flüchtlingspolitik in ihrem Land.
www.fraubock.at
www.bockaufkultur.at
www.sos-mitmensch.at


C

Fr, 21:00 Jugendzentrum
The Corporation EN, 150 Min
Vor 150 Jahren war die 'Corporation' eine relativ unbedeutende Institution. Heute hat sie eine lebhafte, dramatische und durchdringende Präsenz in all unseren Leben. Wie zu anderen Zeiten und Orten die Kirche und die Monarchie, ist die 'Corporation' heutzutage die dominate Einrichtung. Alles wurde in einer Art neuen Ordnung erdrückt, verniedlicht oder absorbiert. Die 'Corporation' ist nicht die erste, die sich der Geschichte widersetzt. Eine zeitgemäße, kritische Ermittlung lädt Spieler, Bauern und ExpertInnen zu einer Entdeckungsreise ein: innerbetriebliche Abläufe, kuriose Historie, kontroversielle Auswirkungen und mögliche Zukunftsszenarien.
Fallbeispiele, Anekdoten und wahre Geständnisse enthüllen Spannungen und Beeinflussungen hinter den Kulissen verschiedener Unternehmens-Dramen. Jede Geschichte, jedes Portrait beleuchtet einen Aspekt des komplexen Charakters von Kapitalgesellschaften.
Es ist eine Mischung von respektlosen, beunruhigenden, metaphorischen Grafiken, klassichen Dokumentarelementen und angemessener Unternehmens-Ästhetik, die die Betrachtenden beschäftigt, während kritische Distanz zu der empörenden Normalität von Unternehmenskulturen bestärkt.
www.thecorporation.com


D

Do, 14:00 Medienzelt
Diverted to Delhi EN, 55 Min
Regie: Gregory Stitt - Australien, 2003
'Diverted to Delhi' handelt von Inderinnen und Indern, die in Delhi's call-centern arbeiten und die wie ihre internationalen Kunden zu sprechen und zu denken haben. Wenn ahnungslose Amerikaner oder Australier den Kundendienst anrufen, werden ihre lokalen Anrufe nach Indien umgeleitet und von InderInnen beantwortet, die lokale TelefonistInnen verkörpern. Dieses wohlgehütete Geheimnis, 'outsourcing' genannt, hat eine komische Seite, aber KritikerInnen sehen unheimliche Auswirkungen. Für sie wird Indien durch die Mächte der Globalisierung rekolonialisiert, wenn Studierende gezwungen werden, ihre kulturelle Identität beiseite zu legen, ihren Akzent zu modifizieren, ihre Namen zu ändern und die Persönlichkeit von dem, der die Rechnungen zahlt, anzunehmen.


G

Fr, 23:30 Kunst-Uni
Globalisation: Violence or Dialogue EN, 62 Min
Regie: Patrice Barrat - Frankreich 2001
11. September 2001 ... Nach Tausenden Toten an diesem Tag in New York und Washington, sprach jemand über den Kampf zwischen Gut und Böse oder einem Krieg der Religionen. Sehr bald wurde gesagt, dies sei ein spezieller Akt der Gewalt. Diejenigen, die der Attacke bezichtigt wurden, und die Konsequenzen wurden mit Globalisierung in Verbindung gebracht.
Am Beginn des dritten Milleniums begegnen einander gegensätzliche Visionen der Globalisierung bei der kleinsten Gelegenheit. Zwischen Nord und Süd und zwischen dem, was Zivilgesellschaft und Regierungsmacht genannt wird. Für mehr als ein Jahr, verfolgten die Filmschaffenden verschiedene Akteure in diesem Konflikt. Was sie daher vorschlagen ist, zu verstehen zu versuchen, was sie voneinander trennt und was sie zusammenführen kann...

GMO - Das Ende der Chimäre? GMO = gen-manipulierte Organismen
Regie: Suzanne Körösi - Frankreich 2003, 112 Minuten in 4 Blöcken
Eine Dokumentationsreihe über die wissenschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen und sozialen Probleme, die durch genveränderte Organismen (GMO) hervorgerufen werden. In den letzten Jahren war die finanzielle Situation von Biotech-Unternehmen durch die Ablehnung der KonsumentInnen rückläufig. Banken empfahlen den Shareholdern, sich von Biotechnik abzuwenden nachdem „dieser Sektor als Paria erachtet wird“ (Deutsche Bank). Was also ist die Zukunft von GMOs und den Multinationalen, die sie produzieren?

Die WissenschaftlerInnen (37')
Der Film beginnt mit einer turbulenten Pressekonferenz von französischen Forschern und Lobbyisten, die die GMO-Produktion verteidigen. Es folgt ein Panel von Wissenschaftlern, Befürworter und Gegner diskutieren auch über die Konsequenzen von Freilandexperimenten mit GMO, die Auswirkung von GMO-Nahrung auf die Gesundheit, die Gefahren der Kultivierung von Pflanzen in der Medikamentenherstellung, die Privatisierung der Natur durch Patente, die ideologischen Elemente der Gentechnik-Debatte, die ethischen Aspekte der wissenschaftlichen Forschung und die Verantwortung der WissenschaftlerInnen.
Interview-PartnerInnen:
Jean-Pierre Berlan, agronomist, economist (National Institute of Agronomic Research at Montpellier), Gilles-Eric Seralini, Professor at University of Caen, Mae Wan Hoe, professor at Institute on Science in Society (G.B), Àrpàd Pusztai, nutritional biologist former senior rechercher at the Rowett Institute of Aberdeen (G.B.), Bob Brac de la Perrière, biologist, Université de Montpellier
Marie-Louis Haudebine (National Institute of Agronomic Research at Versailles), George Pelletier (National Institute of Agronomic Research at Jouy-en-Josace), Alain Boudet (University of Toulouse), Isabelle Stengers philosopher, professor at University of Brussels,  Hervé Kempf, journalist at Le Monde
 
Die Bäuerinnen und Bauern (28')
Dem Anbau- und Ernte-Zyklus in verschiedenen Regionen Frankreichs folgend, erklären ein kanadischer und mehrere französische Bauern und Bäuerinnen die zerstörerischen Effekte von GMO-Verseuchung und die Verantwortung der LandwirtInnen, die Bevölkerung mit risikoarmer Nahrung zu versorgen. Sie legen auch ein Hauptaugenmerk auf die nicht erfüllten Versprechen von Biotechnologiefirmen: Seit 1996 stiegen die Qualität und der Ertrag durch GMO-Saatgut nicht und der Einsatz von Chemie sank nicht). Wie die kanadischen und amerikanischen Interviewpartner beobachten, wächst die Skepsis bei amerikanischen und kanadischen Bauern. Die Haltung von Übersee und Europa ist dieselbe: Bäuerinnen und Bauern sollten die GMO-Falle vermeiden. Der kanadische Bauer Percy Schmeiser beschreibt die agressiven Methoden des Monsanto-Konzerns. Er sagt: 'Es ist so wichtig, dass wir die Menschen weltweit darüber informieren – nicht was passieren kann – sondern was durch Einführung von GMOs bereits geschehen ist. Menschen in so vielen Ländern weltweit haben wenig Wahlmöglichkeiten, aber jetzt könnten sie zumindest darüber Bescheid wissen. In 1996 hatten Bauern in Kanada keine Ahnung, was passieren kann.'
Interview-PartnerInnen:
André Pochon, Sylvie Colas, Jean-Paul Simonnot (LandwirtInnen);
Charles Benbrook, agronomist, former secretary of the Agronomy section of the Academy of Sciencies of the US, Percy Schmeiser, retired farmer, seed developer (Canada),
Bruno Rebelle, Greenpeace, Lylian Le Goff, doctor, Association France-Nature-Environnement,
François Ewald (French Federation of Assurances Companies)

Die Volksvertreter (25')
Die Bilder zeigen die Demonstrationen im Sommer 2003. Bürgermeister von kleinen französischen Dörfern, Mitglieder des Europäischen Parlaments, ein Greenpeace-Aktivist, ein Aktivist von Attac Frankreich erklären die Debatte über die Beschränkung von GMO in Europa und weltweit. Besonderes Augenmerk wird gelegt auf die rechtlichen Schwierigkeiten mit denen Bürgermeister konfrontiert sind, wenn sie versuchen, ihre Gemeinden GMO-frei zu halten und der Zusammenhanglosigkeit der Regierung entgegen arbeiten. Die Diskussion im Europäischen Parlament seit 1992 und besonders die GMO-befürwortende Haltung der Europäischen Kommission wird ebenfalls besprochen. Mitglieder des Europäische Parlaments und ein Journalist beschreiben das Carthagena-Protokoll über Bio-Vielfalt, das im September 2003 von 88 Staaten unterzeichnet und implementiert wurde, um den grenzüberschreitenden Handel von GMO zu regulieren.
Interview-PartnerInnen:
Marc Brosseau  mayor of Saint Georges sur Layon, Gilles Desnouveaux, mayor of Reynel, Pascal Cauchois, mayor of St Antoine d’Aubroche, Jean-Paul Simonnot, mayor of Montépreux
Paul Lannoye, Hélène Flautre Members of the European Parliement
Hervé Kempf, journalist at Le Monde, Arnaud Apoteker Greenpeace,
Dominique Mourlane, Attac
Gilles Le Theule, Maïz’Europ

Die Verbraucherinnen und Verbraucher (22')
Beginnend mit einem Abendessen beleuchtet der Film die Aspekte des Alltags: GMO-Nahrung essen oder nicht?
Konsumenten, Bauern, Aktivisten diskutieren über die Details der europäischen Direktive, GMO in der Nahrung zu kennzeichnen, die im April 2004 in Kraft getreten ist, sowie über die Alternativen dazu.
Interview-PartnerInnen:
Solange Ménigot, Association of Lay Familles,
Arnaud Apoteker, Greenpeace, Annie Lahmer, cabinet head of the mayor of the 2nd district of Paris, Sylvie Colas, André Pochon, farmers
Paul Lannoye, Member of the European Parlement

Fr, 23:15 Medienzelt
The Golf War OmU-EN, 39 Min
Regie: Jen Schradie und Matt DeVries - USA 2000
Ein Lehrstück der Globalisierung auf den Philippinen. Die dortige Regierung macht aus Ackerland Golfplätze und keiner vor Ort weiß warum. Doch Bauern und Fischer setzen sich gegen die aufgezwungene 'wirtschaftliche Entwicklungen' zur Wehr. Es entbrennt ein 'Golf War' der anderen Art. Als die Proteste zu laut werden, wird einer der Bauern ermordet ... -
globale03.de
philippinische Kleinbauernbewegung KMP, www.geocities.com/kmp_ph/
tourismuskritische Seite, www.tourismconcern.org.uk/


H

Sa, 13:00 Medienzelt
Hack Workers OmU-EN, 20 Min
Regie: Furkat Yakvalkhodzhaev - Uzbekistan 2002
Von ihren Ehemännern aus den Häusern geworfen, von ihren Kindern getrennt und entgegen allen usbekischen Traditionen gezwungen, ihren eigenen Lebensunterhalt zu verdienen, finden sich die Frauen in der teuflischen Welt der Leiharbeit wieder. Gesetzlich nicht geschützt müssen sie täglich mit Gewalt, Vergewaltigung und Ermordung rechnen.

Fr, 22:00 Kunst-Uni
Die Helfer und die Frauen (The Peacekeepers and the Women) OmU-EN, 80 Min
Regie: Karin Jurschick - D 2003
Ein Film darüber, wie militärische Verbände und politische Organisationen versuchen, Probleme zu lösen, die sie selbst mit verursacht haben. Das Problem: Der Handel mit Frauen in die erzwungene Prostitution. Die militärischen Verbände: NATO bzw. SFOR und KFOR.
Die politischen Organisationen: Die Vereinten Nationen (UN), die unter UN-Führung operierende Internationale Polizei (IPTF), die International Organisation for Migration (IOM) u.a.
Die Orte sind: Moldawien als ein Herkunftsland der Frauen, Bosnien und Kosovo als Länder, in die Frauen gehandelt werden und in denen zuerst das Militär und dann die UN und internationale Hilfsorganisationen die Dinge zu regeln such(t)en. Die Struktur ist: kreisförmig.
Im Kosovo und in Bosnien-Herzegowina hat sich 'Trafficking', der Handel von Frauen und Mädchen in die erzwungene Prostitution, zu einem lukrativen Wirtschaftszweig entwickelt. Mitglieder internationaler, dort stationierter Truppen und (Hilfs-)Organisationen gehören zu den finanzkräftigen Kunden.
Ohne die übliche Opfer- oder Täterperspektive konzentriert sich der Film auf die mediale Selbstinszenierung der Befragten: Wie will man darüber sprechen?


I

Sa, 17:00 Medienzelt
I am a rebel EN, 53 Min
Regie: Vincent Moloi - Südafrika
Ein 80jähriger Aktivist und einer der engagiertesten Anti-Apartheid-Aktivisten konfrontiert nun seinen früheren Kollegen im Kampf gegen Apartheid. Er glaubt, dass sie das Prinzip 'Menschen vor Profit' betrogen haben. Begleitet wird er von einem naiven, jungen Filmemacher, der bemüht ist zu verstehen, warum der Alte nach wie vor auf den Straßen demonstrieren ist, während seine Kollegen Büros bei der Regierung der Weltbank bezogen haben. Wird der junge Filmemacher den 80jährigen Dennis Brutus enträtseln?

Fr, 22:15 Medienzelt
Image ist nichts DE, 29 Min
Regie und Kamera: Internationaler Arbeitskreis der IG Metall-Jugend - Musik: Chumbawamba, Die phantastischen Vier - Produktion: Julos.tv - D 2003
Was wird aus den etwa 200 Millionen Kindern weltweit, die aus verschiedenen Gründen gezwungen sind zu arbeiten, wenn sie diese Zeit überstehen? Was wissen jüngere deutsche Käuferinnen und Käufer von Sportschuhen über das Produkt, welches sie jeden Tag an den Füßen tragen? Unter anderem diesen Fragen gehen engagierte junge Menschen aus der IG Metall in ihrer im Rahmen der Kampagne 'Fit for Fair' preisgekrönten Dokumentation vor Ort in Deutschland und vor Ort an den Produktionsstätten der Sportschuhe nach. Der Film lief bereits erfolgreich bei dem globalisierungskritischen Filmfestival globale03 in Berlin.
www.oja-nuernberg.de
www.globales-lernen.de/kampagne/index.htm

Do, 19:00 Medienzelt
Inheritance - A Fisherman?s Story EN, 52 Min
Regie: Peter Hegedus - Australien, Ungarn 2002-03
In 2000 ereignete sich eine Umweltkatastrophe, die den ungarischen Fluss Tisza betraf. Nun kämpfen Fischer wie Balazs Meszaros um ihr Überleben. Im Bemühen, das Leben seiner Leute und ihren Lebensstil zu sichern, reist Balazs nach Australien um die verantwortliche Untertagebau-Firma zu konfrontieren.
'Inheritance' stellt den Gerechtigkeitskampf derer, die die menschliche Tragödie hinter den Schlagzeilen sind, den sehr düsteren Realitäten in Sachen Haftung und Verantwortung von Unternehmen gegenüber.

Fr, 19:30 Kunst-Uni
In Whose Interest? EN, 27 Min
Regie: David Kaplowitz - USA 2002
'In Whose Interest?' ist eine schnelle und mächtige 27-Minuten-Dokumentation in Bezug auf 9/11. David Kaplowitz, der in London und San Francisco lebt, führt uns durch die augenöffnende historische Geschichte der letzten 50 Jahre Interventionspolitik der Vereinigten Staaten von Amerika. Er hinterfrägt die Motive und untersucht die Effekte der US-Außenpolitik in dieser Zeitspanne. Interventionsmuster enthüllend fokussiert der Film Guatemala, Vietnam, Ost-Timor, El Salvador und Palästina/Israel. Archivmaterial, Fotografien, jüngst freigegebene Dokumente and mediale Leckerbissen sind dynamisch verflochten mit Augenzeugenberichten und Kommentaren von AkademikerInnen wie Noam Chomsky, religiösen Führern und Politikern. 'In Whose Interest?' ist informativ und aufwühlend ehrlich mit einer Brise Ironie und Humor.

Sa, 23:00 Kunst-Uni
IWF - Die Macht der Kredite OmU-EN, 85 Min
Regie: Pascal Vasselin - F 1999
Pascal Vasselin begleitete 1999 den damaligen IWF-Chef Michel Camdessus zu seinen Verhandlungen mit den Regierungen der Länder, die sich um Kredite des Währungsfonds bemühen. Ein spannender Einblick in die Mechanismen dieser Institution: faktisch erreicht der IWF (Internationaler Währungsfond) eine Kontrolle der Innenpolitik der 'geförderten' Staaten, die ihre wirtschaftlichen Bemühungen im Sinne der reichen Industrie-Nationen umstrukturieren müssen. Ganz gleich, ob es sich um Nigeria, Russland, Nicaragua oder Honduras handelt, die Bedingungen, die Camdessus vorgibt, sind immer die selben.
Hinter der jovialen Fassade des 'Mannes mit dem Scheckbuch' verbirgt sich die monetaristische (ausschließlich auf Geld und Kapital ausgerichtete) Ideologie eines Systems, das einen weltweit freien Warenverkehr für die Großkonzerne als Fortschritt für arme Länder verkauft.
www.bessereweltlinks.de/wirtschaft.htm

Do, 17:30 Medienzelt
Jenseits der Schnellstraße OmU-EN, 32 Min
Regie: Cornelia Siebeck, Eva Völpel und Michael Zimmer (AK Kraak)
Im März 2001 trat der Plan-Puebla-Panamá (PPP) in Kraft, ein Entwicklungsprogramm für Mittelamerika. Der Plan möchte die mehrheitlich von Indigenas bewohnten Regionen Südmexikos für den Weltmarkt fit machen. Drei Projekte zeigen beispielhaft wie zugunsten transnationaler Unternehmen die Interessen der Bevölkerung auf der Strecke bleiben - aber auch, dass sich inzwischen massiver Widerstand gegen den PPP regt.
www.gipfelsturm.net/puebla.htm
www.corpwatch.org


K

Mediathek
Die Kinder der Sisal-Region DE, 37 Min
Regie: Siegried Bernhauser und Niko Mylonas - 2004
IIn der Sisal Region, nordöstliches Brasilien, leben vier von fünf Kindern einer Familie von einem monatlichem Einkommen unter der offiziellen Armutsgrenze. Die reichsten 10% der Bevölkerung erhalten fast die Hälfte des Gesamtkeinkommens der Region, die anderen 90% müssen sich die übrige Hälfte teilen. Sich den Lebensunterhalt zu verdienen, ist oft nur möglich, indem Kinder beitragen. Die meisten Leute lassen sich durch die soziale Ungerechtigkeit nicht unterkriegen, deren Opfer sie und ihre Kinder tagtäglich sind.
Der Film zeigt erfolgreiche Wege für neue Perspektiven und gibt Hoffnungen für eine vielversprechendere Zukunft. Seit 1996 hat das PETI-Programm über 100.000 Kinder von den Feldern und Fabriken in die Schulen gebracht. Ihr Lernvermögen, ihre Ernährung und ihre Gesundheit haben sich bedeutend verbessert. Dieses Langzeit-Entwicklungsprojekt, das viele Beteiligte vernetzt, zeigt eindrucksvoll, dass die Verantwortung zur Verbesserung von Lebenssituationen bei jedem/r liegt, der/die über Wissen und Möglichkeiten verfügt.
Horizont 3000,
www.horizont3000.at
Inter American Development Bank www.iadb.org/res/index.cfm?fuseaction=Networks.SocialPolicy

Sa 00:20 Kunst-Uni
Die Königinnen von Salgueiro haben relative Bürgerrechte DE, 45 Min
Regie: Silvia Santangelo Jura, Christa Bechtloff-Franz - Produktion: Nika Jaina - A, Brasilien 2002
Wenn Macumba nicht schwarze Magie, sondern soziale Arbeit ist, wenn Favela 'gemeinsam für eine bessere Welt' bedeutet, wenn Straßenkinder zu KönigInnen werden... dann hat Dona Ivete das Wort. Im Zentrum des Dokumentarfilms 'Die Königinnen vom Salgueiro haben relative Bürgerrechte' steht ein, von der Umbanda-Priesterin Dona Ivete geleitetes, Afro-Friseurinnen-Projekt für marginalisierte Mädchen. Rund um den Afro-Schönheitssalon öffnen sich Einblicke in den Alltag am Morro do Salgueiro, eine der berüchtigten Favelas von Rio de Janeiro.


L

Sa, 13:20 Medienzelt
Live Containers OmU-EN, 26 Min
Regie: Orzu Sharipov - Tajikistan
Dieser Report aus einem Frauengefängnis erzählt von der wirtschaftlichen Härte und dem politischen Chaos, das viele Frauen in Tadschikistan dazu gebracht hat, aus purer Lebensnotwendigkeit 'lebende Container' zu werden, indem sie Heroin in ihrem Körper schmuggelten. Diese Frauen, die zuvor normale Leben führten, können vielleicht nicht kriminell genannt werden. Die Regierung anerkennt das und erlässt gelegentlich die Strafe jener Frauen, die mit geringen Mengen - in tadschikischen Verhältnissen - an Drogen gefasst wurden. Nebst ihrer aufrichtigen Haltung und Freude, wenn sie freigelassen werden (Strafmaß 10-22 Jahre), gibt es keine Garantie, dass ihr Leben sie nicht ein weiteres Mal diesen fürchtlichen Weg gehen lässt.