Die Normale
das gesellschafts- und wirtschaftspolitische Dokumentarfilm-Fest

Normale 04, 3.-5. Juni 2004 @ ASF04, Linz
Normale 04 Spielorte
Junge Normale in Linz
Do, 03.06.04 - Medienzelt
Do, 03.06.04 - Kunst Uni
Do, 03.06.04 - transpublic
Fr, 04.06.04 - Medienzelt
Fr, 04.06.04 - Kunst Uni
Fr, 04.06.04 - transpublic
Sa, 05.06.04 - Medienzelt
Sa, 05.06.04 - Kunst Uni
Sa, 05.06.04 - transpublic
Filme von A-L
Filme von M-Z
Das Normale Team 2004
Die Normale 2004 wurde ermöglicht durch
Öffentlichkeit
report (EN)
Pressetext

Normale04 @ Medienzelt
Linz, Arenaplatz
Donnerstag, 3. Juni 2004


14:00 Diverted to Delhi, Gregory Stitt - EN,55 Min
15:00 Tomorrow Will Be Better? Monika Juozapaviciute OmU-EN, 39 Min
16:00 Süsshunger - Der heimliche Zuckerkrieg, Christoph Corves - DE, 44 Min
17:00 Not for Sale, Mark Dworkin und Melissa Young - EN, 31 Min
17:30 Jenseits der Schnellstrasse, Cornelia Siebeck, Eva Völpel und Michael Zimmer (AK Kraak) - span. OmU, 32 Min
19:00 Inheritance - A Fisherman‘s Story, Peter Hegedus - EN, 52 Min
20:00 Patents and Patients, Joost De Haas - OmU-EN, 25 Min
21:00 media cubism, filmische Berichterstattung zum ASF04
21:30 Rahan Jäliillä- The Order, Timo Harakka - EN, 165 Min



Do, 14:00 Medienzelt
Diverted to Delhi EN, 55 Min
Regie: Gregory Stitt - Australien, 2003
'Diverted to Delhi' handelt von Inderinnen und Indern, die in Delhi‘s call-centern arbeiten und die wie ihre internationalen Kunden zu sprechen und zu denken haben. Wenn ahnungslose Amerikaner oder Australier den Kundendienst anrufen, werden ihre lokalen Anrufe nach Indien umgeleitet und von InderInnen beantwortet, die lokale TelefonistInnen verkörpern. Dieses wohlgehütete Geheimnis, 'outsourcing' genannt, hat eine komische Seite, aber KritikerInnen sehen unheimliche Auswirkungen. Für sie wird Indien durch die Mächte der Globalisierung rekolonialisiert, wenn Studierende gezwungen werden, ihre kulturelle Identität beiseite zu legen, ihren Akzent zu modifizieren, ihre Namen zu ändern und die Persönlichkeit von dem, der die Rechnungen zahlt, anzunehmen.

Do. 15:00 Medienzelt
Tomorrow Will Be Better? OmU-EN - 39 Min
Regie: Monika Juozapaviciute - Litauen 2003
Ein Portrait von vier Frauen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten in Litauen, die sich in einem 'Übergangsland zur EU' an radikal neue Bedingungen anpassen mußten. Eine arbeitslos gewordene Schauspielerin kämpft mit Depressionen. Eine flexible Geschäftsfrau, die mit mit Waren aller Art handelte, organisiert nun eine Partnervermittlung. Eine Bäuerin versucht couragiert ihren Hof über Wasser zu halten. Eine Politikwissenschafterin ist offensichtlich die einzige, die mit den Veränderungen keine Probleme hat, da sie zuerst Teil der sowjetischen Elite war und nun Teil der unabhängigen litauischen ist.

Do, 16:00 Medienzelt
Süsshunger - Der heimliche Zuckerkrieg DE, 44 Min
Regie: Christoph Corves - D 2003/2002
Was verbindet haitianische Wanderarbeiter auf einer Zuckerrohrplantage in der Dominikanischen Republik, Rübenbauern in Dithmarschen, einen Broker an der Warenterminbörse in New York, einen Affenforscher in Paris und Gen-Ingenieure in Texas? Es ist der Zucker-Weltmarkt. Der Weltmarkt für Süssungsmittel wird derzeit auf jährlich 70 Milliarden Dollar geschätzt. Seit Jahrhunderten ist Zucker der wichtigste Stoff in diesem Geschäft. An den Warenterminbörsen in London, Paris und New York floriert der Handel mit Zuckerfutures - Wetten auf die Zuckerpreise kommender Ernten. Kontrolliert wird der Handel von den großen englischen, US-amerikanischen und französischen Handelsgesellschaften. Heute eröffnet die Gentechnik neue Perspektiven. Ein supersüßes Eiweiß aus dem Herzen Afrikas könnte nicht nur die deutschen Rübenbauern arbeitslos machen. In Deutschland, Frankreich, der Dominikanischen Republik, Mexiko und den USA verfolgt und analysiert die Reportage 'Süsshunger' die Spuren eines der historisch ersten Produkte globalisierter Märkte und lässt Sieger und Verlierer des Zuckergeschäftes zu Wort kommen.
Informationen zum Freihandelsabkommen Nafta,
www.citizen.org/trade/nafta/
Der Zuckermarkt und die Agrarpolitik der EU, www.ila-bonn.de/artikel/266quotenpuderzucker.htm

Do, 17:00 Medienzelt
Not for Sale EN, 31 Min
Regie: Mark Dworkin und Melissa Young - USA 1998
Durch Patentierung eignen sich einige wenige Großkonzerne traditionelles Wissen z. B. der Völker Südamerikas oder Südasiens an. Außerdem unterliegen gentechnisch veränderte Produkte den patentrechtlichen Bestimmungen. Das hat katastrophale Auswirkungen besonders im landwirtschaftlichen Bereich: die Großkonzerne bestimmen (mit Hilfe der WTO) global die Bedingungen für Anbau und Handel. Weltweit richten sich Proteste gegen die Patentierung von Leben und tradiertem Wissen.
Informationen zu Patentierung Informationen zu Patentierung,
www.keinpatent.de

Jenseits der Schnellstraße OmU-EN, 32 Min
Regie: Cornelia Siebeck, Eva Völpel und Michael Zimmer (AK Kraak)
Im März 2001 trat der Plan-Puebla-Panamá (PPP) in Kraft, ein Entwicklungsprogramm für Mittelamerika. Der Plan möchte die mehrheitlich von Indigenas bewohnten Regionen Südmexikos für den Weltmarkt fit machen. Drei Projekte zeigen beispielhaft wie zugunsten transnationaler Unternehmen die Interessen der Bevölkerung auf der Strecke bleiben - aber auch, dass sich inzwischen massiver Widerstand gegen den PPP regt.
www.gipfelsturm.net/puebla.htm
www.corpwatch.org

Do, 19:00 Medienzelt
Inheritance - A Fisherman‘s Story EN, 52 Min
Regie: Peter Hegedus - Australien, Ungarn 2002-03
In 2000 ereignete sich eine Umweltkatastrophe, die den ungarischen Fluss Tisza betraf. Nun kämpfen Fischer wie Balazs Meszaros um ihr Überleben. Im Bemühen, das Leben seiner Leute und ihren Lebensstil zu sichern, reist Balazs nach Australien um die verantwortliche Untertagebau-Firma zu konfrontieren.
'Inheritance' stellt den Gerechtigkeitskampf derer, die die menschliche Tragödie hinter den Schlagzeilen sind, den sehr düsteren Realitäten in Sachen Haftung und Verantwortung von Unternehmen gegenüber.

Do, 21:30 Medienzelt
The Order (Rahan Jäliillä) EN, 165 Min
Regie: Harakka Timo - Produktion: Production House - Finnland 2003
Ein Mittelklasse-Mann im mittleren Alter investiert in einen Fernost-Fond und wundert sich, was sein Geld tatsächlich macht. Er folgt seiner Geldanlage rund um die Welt und landet in Dänemark, Korea, Afrika, China, den USA, Indien und England. Er lernt über die Nuß-Industrie in Mozambique, sammelt Gummi im brasilianischen Amazonas und nimmt am Weltbank-Gipfel in Washington teil.
Der Kleinanleger trifft den Kassier des Supermarktes, der ihm gehört, eine entlassene Sekretärin seines Unternehmens, das Unterwäsche-Modell Nanhai, einen 70jährigen Börsespekulanten in Shanghai und all die Menschen, die den Preis des wirtschaftlichen Verfalls in China mit ihrer Gesundheit bezahlen.
Wenn die Welt zerstört ist, könnte die Weltwirtschaft leiden. Aber er entdeckt auch, dass selbst der Terrorangriff auf das World Trade Center ein gutes Geschäft für einen Londoner Optionshändler ist.