| Normale 04 - globalisierungskritische Filme, 3.-5. Juni 2004 Linz
während des 2. Austrian Social Forum (ASF) Das Normale will gesehen werden. zum Normale 04-Programm, pdf (5.04Mb)
Normal ist, was uns nicht in den Nachrichten serviert wird. Normal ist, was wir auf den TV-Monitoren vergeblich suchen. Normal ist, was uns gerne verschwiegen wird.
Die international vernetzte Wirtschaft treibt die Globalisierung des ungezügelten Waren- und Kapitalverkehrs mithilfe von Medien und PolitikerInnen voran. Eine scheinbare Vielfalt an Möglichkeiten und Waren soll die zunehmenden Kapital- und Machtkonzentrationen in den Händen weniger Konzerne übertünchen. Der Großteil der Menschen ist von niedrigsten Löhnen, unsicheren Lebensverhältnissen, Krieg, Verelendung, Entmündigung und Unterdrückung betroffen; die Natur ist zunehmendem und irreversiblem Raubbau ausgeliefert.
Wie schon parallel zum 1. Austrian Social Forum (ASF) 2003 in Hallein sorgt das Normale 04-Programm von 3.-5. Juni 2004 in Linz für thematisch relevante Bilderwelten, bietet Hintergrundinformationen zu den Fragestellungen des 2. ASF und visualisiert Debatten und Strategien.
Filmische Repräsentation hat besondere Macht, Realität darzustellen, zu werten oder auszublenden. Denn Bilder bleiben länger im Gedächtnis und beeindrucken uns nachhaltiger.
Normal ist nicht nur, was uns über kommerzielle Medien wahrzunehmen erlaubt ist. Das Normale-Programm wird daher von Beiträgen getragen, die für gewöhnlich unsere TV-Bildschirme selten erreichen: 3.360 Filmminuten Globaler Markt, Politik und Verbrechen, Arbeit und Streik, Nord-Süd Beziehungen, Migration und Rassismus, Krieg und was man Terror nennt, Pop und Politik sowie Geschichte der Sozialen Bewegungen.
Die 'Junge Normale' geht nach Wiener auch an Linzer Schulen und kombiniert dort die Vorführung globalisierungskritischer Filme mit inhaltlichen und medienpädagogischen Workshops in Zusammenarbeit mit Südwind und BAOBAB. Denn wachsen bedeutet verstehen, Zusammenhänge erkennen, analysieren, Kritikfähigkeit entwickeln.
Die Normale macht deutlich, wie sich globale Zusammenhänge in regionalen Probleme widerspiegeln, grenzüberschreitende Prozesse erfolgen und die kommerziellen Medien zensurieren. Ablenkung und unkritische Unterhaltung durch eine einflussreiche Kulturindustrie sowie der Profitmaximierungs-Mythos sorgen für standardisierte, werbetaugliche und informationsarme Formate mit realitätsferner Berieselung. Zumeist erreichen daher ungenügende, unzusammenhängende oder medial verfälschte Darstellungen von Welt das öffentliche Bewusstsein. Dialog braucht aber Information!
Die Normale 04 arbeitet daher zusammen mit den Filmfestivals 'other worlds are breathing' - das parallel zum 4. Weltsozialforum in Mumbai stattfand - und der 'globale03' Berlin. Somit wird der Film- und Medienkultur kritischer FilmemacherInnen und weltweiter Protestbewegungen eine Bühne geboten, die den Konsequenzen einer menschenverachtenden Wirtschaft und gierigen Politik eine Gegenöffentlichkeit schafft. Rassistische und chauvinistische Positionen werden ausdrücklich abgelehnt. Anstatt distanzlosem Konsum ist medienkritische Haltung und aktives Engagement notwendig, um Veränderungen von Realitäten zu ermöglichen.
Die Filmvorführungen der Normalen folgen dem Leitsatz verstehen um zu handeln und tragen dazu bei, dass eine informierte Gesellschaft demokratische Alternativen entwickelt.
Kunst und Kultur am ASF04 ist weder als 'Rahmenprogramm' noch als zusätzliche Unterhaltung zu sehen. Es geht darum, dass Kulturschaffende und Kulturinitiativen Position beziehen, die sich als globalisierungskritisch versteht, wider den Neoliberalismus.
Eine starke Bezugnahme auf die Inhalte des Sozialforums, steht in keinem Widerspruch zu einer kritischen Stellungnahme zu den sozialen Foren. Im Fokus steht provokative, aktionistische, politisch interventive Kunst, die eine räumliche Nähe zu der Bewegung des ASF04 einnimmt und im besten Fall aus gewohnten und vorgesehenen Spielstätten ausbricht. ... so der Kunst&Kultur Koordinator Sebastian Lasinger
Das 'Normale04'-Programmheft sowie Kunst&Kultur (ab Seite 38 im Programmheft des Austrian Social Forum) sind unter www.socialforum.at als pdf verfügbar.
presse@normale.at
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